Die berühmte argentinische Sängerin Mercedes Sosa starb am Sonntag im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus der Hauptstadt Buenos Aires. Sosa war seit zwei Wochen im Spital und musste zuletzt künstlich beatmet werden.

Ihr Leichnam wurde im Parlament in Buenos Aires aufgebahrt, wo die Bevölkerung von ihr Abschied nehmen kann.

Wer war Mercedes Sosa

Die brutale Diktatur der Generäle in Argentinien (1976-1983) hatte Verbündete in der CIA, eine propagandistisch genutzte Fußball-Weltmeisterschaft - und eine mächtige Gegnerin. Die an diesem Sonntag verstorbene Sängerin Haydé Mercedes Sosa sang trotz Morddrohungen unerschrocken von Freiheit und Demokratie.

1979 wurde sie auf der Bühne verhaftet und musste nach Frankreich ins Exil gehen. Als sie 1982 zurückkehrte, verstand ihr Publikum den Vortrag von "Sólo le pido a dios" als Aufruf zum Sturz der Junta: "Nur das erbitte ich von Gott. / Dass die Ungerechtigkeit mich nicht gleichgültig lässt, / dass sie mich nicht auf die andere Wange schlagen."

Mercedes Sosa, aufgrund ihres rabenschwarzen Haares "la Negra" genannt, galt als die wichtigste Sängerin des "nueva canción", des "neuen Liedes", das Elemente lateinamerikanischer Folkmusik mit zeitgenössischen Musikrichtungen verbindet und mit poetischen Texten über aktuelle Zustände versieht. Wie andere ihrer Kollegen griff Sosa die Gläubigkeit in der Volksmusik auf und verband sie mit den Anliegen der Unterdrückten.