Fab Eight? Paul McCartney, John Lennon, Ringo Starr und George Harrison und ihre Söhne: James, Sean, Zak und Dhani. - © Foto: ap, corbis
Fab Eight? Paul McCartney, John Lennon, Ringo Starr und George Harrison und ihre Söhne: James, Sean, Zak und Dhani. - © Foto: ap, corbis

Ob es zu einem musikalischen Joint-Venture der Beatles-Söhne kommt, ist derzeit offen. Auf die Frage eines BBC-Journalisten schloss James McCartney die Möglichkeit dazu nicht aus. Vorgespräche habe es zwar gegeben, allerdings sei etwa Ringo Starrs Sohn Zak Starkey eher nicht mit von der Partie, während er selbst, Sean Lennon und Dhani Harrison der Idee offen gegenüberstünden. "Man muss abwarten und sehen, was passiert."

Das Interview, das der einzige Sohn von Paul und Linda McCartney im Vorfeld eines Konzertes in Liverpool und anlässlich seiner Solokarriere gab, informierte allerdings über den Umgang des heute 34-Jährigen mit seinem Namen: "Er ist eine Hilfe, auch wenn es dadurch schwierig sein kann, auf eigenen Beinen zu stehen." Folgerichtig wolle er "das Erbe der Beatles annehmen, anstatt davor wegzulaufen", wie McCartney vor dem Auftritt im Cavern Club bekannte - jenem Club also, der den Beatles Anfang der 60er Jahre als Sprungbrett diente.

Das Erbe als Karrierestart


Während James seinem Vater auf zwei seiner Alben als Gitarrist zur Seite stand, engagierte sich Paul wiederum als Co-Produzent seines Sohnes - eine Art der Zusammenarbeit, die Dhani Harrison unter umgekehrten Vorzeichen und erschwerten Bedingungen kennenlernte. Als sein Vater George von seiner unheilbaren Lungenkrebserkrankung erfuhr, vertraute er die Fertigstellung seines letzten Albums "Brainwashed" neben seinem langjährigen Verbündeten Jeff Lynne auch ihm an. Die Bürde, das musikalische Vermächtnis des eigenen Vaters mitzuverantworten, wurde letztlich zum Karrierestart für den heute 33-Jährigen, der zunächst mit thenewno2 und zuletzt mit den folklastigeren Fistful of Mercy vorstellig wurde. Im Gegensatz zu Sean und Julian Lennon, die bereits in jungen Jahren lose Rockstarträume kultivierten, schloss Harrison eine Karriere als Musiker zunächst aus - heute plane er aber auch nicht, "ein Popstar zu sein. Ich will nur Musik machen können, ohne ständig mit meinem Vater in Verbindung gebracht zu werden, was aber jedem in einer ähnlichen Position passiert. Das ist verzwickt."

Ist Zak der bessere Ringo?


Der übermächtige Vater war vor allem für Sean und Julian Lennon ein Thema. Julian, dessen inkonsequente Karriere auch von Drogenproblemen gebremst wurde - sein Comebackversuch mit dem Album "Everything Changes" ging nach einer 13-jährigen Veröffentlichungspause im Vorjahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne -, erinnerte bereits stimmlich stark an seinen Vater, den er als Kind zu "Lucy In The Sky With Diamonds" inspirierte. Sean wiederum wandelte auf seinen Alben auch harmonisch auf den Spuren John Lennons, über den er in Hinsicht auf seine Arbeit einmal Folgendes konstatierte: "Ich versuche nicht, meinen Vater zu besiegen oder an seine Stelle zu treten. Wir sprechen vom Mozart der Rockmusik!"

Nur böse Zungen würden behaupten, dass alleine Zak Starkey bei der Arbeit keine Bürde empfinden muss - und er als gefragter Session- und Live-Drummer, aktuell für The Who, dem alten Ringo noch etwas beibringen könnte.