Zwar hat sich Robbie Williams für den auf gute Laune gepolten und zwecks Restqualität mit soulig angehauchten Streichern aus der Arrangementschule von Owen Pallett angereicherten Kaugummipop der Vorabsingle "Candy" und das ins Melodram kippende "Different" mit seinem Take-That-Partner Gary Barlow zusammengetan, und auch Jacknife Lee als durch seine Arbeit mit U2 und Snow Patrol bombastisch erfahrener Produzent erscheint gleichfalls nicht abwegig. Die Schreibarbeit an immerhin acht der elf neuen Stücke wurde aber gemeinsam mit zwei jungen Australiern geleistet, die im Musikgeschäft bislang nicht weiter auffällig wurden, zuhause in Melbourne angeblich noch bei Muttern wohnen und als Zufallsbekanntschaft von Williams’ Schwager aus einer Bar in L.A. schließlich zu Robbie in die Kreativstube fanden.

Das klingt wahlweise nach Urban Legend oder doch etwas verzweifelt, zeitigte aber zumindest drei bis vier Popsongs, die im Formatradio nicht negativ auffallen sollten. In gewisser Synthie-Pop-Nähe und mit einem betont käsigen Saxofonsolo zeugt etwa gleich "Be A Boy" zum Auftakt davon, aber auch das angesprochene "Different" stammt aus dieser grundsätzlich verträglichen Ecke.

Mit "All That I Want" (". . . is to pick you up from out of that dress") - alter Schlawiner! - geht es bald aber auch in Richtung Disco und Après-Ski, während "Shit On The Radio" den alten Van-Halen-Synthie zu Hilfe nimmt, um den Titel als durchaus ernst gemeint zu erklären, "Into The Silence" mit U2 am Rande zum Plagiat namenlose Straßen durchquert oder sich das ohne Genierer geprügelte "Hey Wow Yeah Yeah" maximal als Hintergrundmusik im Sportfernsehen eignen dürfte, Subkategorie "Tor des Monats".

Robbie Williams’ Lebenserfahrungsmaxime selbst schreibt also das Resümee. Es lautet: Wenn das nur gutgeht! Papamonat für immer ist auch keine Alternative.