Theatralik und Drang zum Kostüm: Die Eternias. - © Seayou Rec.
Theatralik und Drang zum Kostüm: Die Eternias. - © Seayou Rec.

Wien. Dass sich der Bandname auf den Heimatplaneten des vor 30 Jahren in den globalisierten Kinderzimmern weltberühmten He-Man bezieht und die Musiker selbst Pseudonyme wie Rocko Basseratti und Voodoo Jürgens tragen, lässt eines schon vermuten: Die Eternias, deren zweites Album auch aufgrund seines adventkalendergleichen Covers gut unter den Christbaum passen würde, nehmen sich selbst und den Rest der Welt nicht ernster als nötig. Und sie sorgen als von der Kostümierung her im Irgendwo zwischen "A Clockwork Orange" und Clownerie angesiedelte Schelme für Rambazamba auf den Clubbühnen der Stadt.

An nur drei Tagen und unter Regie von Wolfgang Möstl (Killed By 9V Batteries, Mile Me Deaf) eingespielt, der den einen oder anderen nicht grundsätzlich stürmischen Song seiner Berufung als Krawallfreund entsprechend doch noch hübsch gegen die Wand brettern lässt, konzentriert sich der Vierer aus Wien auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und Orgel - und sorgt auf "Sould Out" (Seayou Records) mit unterschwelligen Rockabilly- und Wild-West-Bezügen samt Twang sowie auch mit dem, nun ja, gespielten Witz von "Long John, Amanda And Billie Joe" für Stimmung. Schrammelgitarren, eingestreute Bluesmotivik, auf Anarcho gepolte Cabaret-Anklänge, die den theatralischen Grundgestus der Band untermauern, Karnevalsounds und ein gewisser Hang zum Galopp runden die Ergebnisse ab, wobei der mutigste Moment mit zum Stärksten gehört: nachzuhören bei "Deep Inside The Woods", das die beschriebene Kernkompetenz zunächst nach  Dub/Reggae-Land und danach weiter in die Disco treibt.

Der Spaß an ihrer Arbeit ist der Band jedenfalls anzuhören, wenn es nach insgesamt 42 Minuten und "Birds Are Singing" als Rausschmeißer heißt: "It’s never enough, it’s never too much." Party on!