Mönche, Musiker, Tänzer, Literaten und Philosophen; sie versuchen unter dem Motto "Am Anfang war . . ." von 2. März bis 1. April im mittelalterlichen Klangraum Krems Minoritenkirche und im Kolomanisaal des Stiftes Melk dem Grenzgang der Kunst zwischen Transzendenz und Immanenz nachzuspüren.

Fernöstliche Tradition mit dem Ensemble Extracello, dessen Celli umgestimmt wurden. - © Foto: Nancy Horowitz
Fernöstliche Tradition mit dem Ensemble Extracello, dessen Celli umgestimmt wurden. - © Foto: Nancy Horowitz

Um Mysterien von der Erschaffung und Entstehung der Welt aus Sicht des Christentums, des Islam, des Buddhismus und des Hinduismus, von Naturreligionen und heidnischen Ritualen geht es beim diesjährigen Osterfestival "Imago Dei" in Krems.

Episoden aus Sagen und Mythen


Das Festival eröffnet unter dem Titel "Wie die Welt wurde" am 2. März mit dem Chorus und der Cappella Musica Sacra Krems. Sie bringen Joseph Haydns "Schöpfungsmesse" und Michael Köhlmeier kehrt zurück zum Erzählen und nimmt auch Episoden aus Sagen und Mythen, aus jüdischen und babylonischen Legenden und aus Apokryphen auf, die nicht in die Heilige Schrift Eingang gefunden haben. Persische Sufi-Musik und Tanz der Derwische mit dem Ensemble Shams ("Tanz der Schöpfung") folgt am 9. März.

Der lettische Jugendchor "Kamer..." lässt mit Werken von J. S. Bach, Anton Bruckner, Felix Mendelssohn Bartholdy bis zu zeitgenössischen Komponisten gesungene Gebete erklingen (15. März im Stift Melk) und reflektiert tags darauf mit Cellisten Nicolas Altstaedt und Geiger Ernst Kovacic Sonnen- und Mondmythen.

Ferner stehen neue Werke von lettischen Komponisten sowie der tatarischen Notensetzerin Sofia Gubaidulina auf dem Programm (16. März). Vor dem Konzert stellen sich Theologe Philipp Harnoncourt, Physiker Hans-Peter Dürr und Musiker Nicolas Altstaedt in einer Podiumsdiskussion der Frage "Woher kommt das Licht?".

Am 22. März steht eine Uraufführung auf dem Festival-Programm: Buddhistische Mönche und die amerikanische Cellistin und Komponistin Frances-Marie Uitti mit dem Ensemble Extracello werden ein gemeinsames Schöpfungsritual nach fernöstlicher Tradition umsetzen. Der bekannteste Meister der Bansuri-Bambusflöte, Pandit Hariprasad Chaurasia, nimmt am 23. März die Zuhörer mit auf eine Reise in die musikalische und spirituelle Welt Indiens. Hinter "Stille in Falten, Schichten, schwarze Ritzen" verbirgt sich ein Abend mit dem Schweizer Ensemble Phoenix Basel, einem Referat von Oswald Wiener und einem "kulinarischen Schöpfungsakt" des Malers und Kochkünstlers Paul Renner.

Das Festival beschließen am Ostermontag zwei belgische Ensembles: Capilla Flamenca und Het Collectief verschmelzen die kosmische Harmonie des Tierkreises mit mittelalterlicher und moderner Polyfonie.