"Ich möchte die Menschen so sehr aufrütteln, dass sie, wenn sie einen Club verlassen, in dem ich gespielt habe, wahrhaftig auseinander brechen und sich öffnen müssen."

Nina Simone, beim Jazz-Festival in Montreux, Juni 1968. - © Foto: JazzSign(Lebrecht Music & Arts/Corbis
Nina Simone, beim Jazz-Festival in Montreux, Juni 1968. - © Foto: JazzSign(Lebrecht Music & Arts/Corbis

Nina Simone, die vor 80 Jahren, am 21. Februar 1933, als Eunice Kathleen Waymon im kleinen Städtchen Tryon in North Carolina zur Welt kam, wurde von ihren Predigereltern schon im frühesten Kindesalter musikalisch gefördert, nachdem klar wurde, dass sie Melodien aus der Kirche, die sie nur einmal gehört hatte, auf dem Klavier sofort nachspielen konnte.

Bald schon erhielt sie klassischen Klavierunterricht und - wie in vielen Verzierungen ihrer Lieder später erkennbar war - wurde Eunice von ihrer Klavierlehrerin, Mrs. Massinovitch, eine große Liebe zu Johann Sebastian Bach mitgegeben.

Klassische Pianistin


Ihr erklärtes Ziel war es, die erste afroamerikanische klassische Pianistin zu werden. Doch nach ihrem Studium am Julliard Konservatorium in New York scheiterte sie an der Aufnahme ins prestigeträchtige Curtis Institute of Music in Philadelphia.

Für Eunice stand fest: Grund der Ablehnung war nicht ihr fehlendes Talent, sondern ihre Hautfarbe. Mit dieser Ablehnung endete für Eunice zwar der Traum, eine gefeierte Konzertpianistin zu werden, dem Klavier blieb sie aber trotzdem ihr Leben lang treu.

Nach Jahren als Klavier- und Gesangslehrerin begann sie 1954 als Pianistin und Sängerin in Nachtclubs von Atlantic City aufzutreten. Es dauerte nicht lange, bis ihre außergewöhnlichen Interpretationen von Gershwin- oder Cole-Porter-Klassikern ein immer größeres Publikum fanden - und aus Eunice Kathleen Waymon "Nina Simone" wurde. Die Wahl fiel deswegen auf "Nina" da niña im Spanischen "kleines Mädchen" bedeutet - und sie von ihrem Freund so genannt wurde; und mit "Simone" zollte sie der französischen Schauspielerin Simone Signoret Tribut, die ihre Karriere in den USA wegen ihrer Kritik an der Rassentrennung und der Kommunistenhetze in der McCarthy-Ära aufs Spiel gesetzt hatte.

In Anbetracht ihres Künstlervornamens erschien es höchst passend, dass Nina Simone ausgerechnet mit dem Song "Little Girl Blue" der Durchbruch gelang.

Nachdem die Musikindustrie auf die expressive Sängerin mit der einprägsamen Altstimme aufmerksam geworden war, gehörten Abende vor überschaubarem Publikum bald der Vergangenheit an. In den späten 1950er Jahren nahm die von Billie Holiday stark beeinflusste Sängerin Stücke wie "My Baby Just Cares For Me" und "I love you Porgy" auf, die beide zu internationalen Hits wurden.