Den Auftakt für ihr aktuelles Album machte zuletzt ein gespielter Witz. Aber nicht nur die mit Comic-gleicher Soundgestaltung gegebene Single "Your Life Is A Lie" weist die US-Band MGMT derzeit als rechte Schmähpartie aus. Auch ein guter Teil des selbstbetitelten dritten Streichs kommt mit dem Schalk im Nacken daher.

Schuld daran sind vermutlich die narrischen Schwammerln, aus denen das Duo seine Inspiration bezieht. Nach psychedelisch angehauchtem Pop und der hitbefreiten Fokussierung auf 60er-Jahre-Harmonik mit benommener Aura und neptungroßen Augen wird heute halluzinogene Wirkungsmusik in freigeistiger Form gereicht - oder anders gesagt: MGMT sind mit ihrer Durchgeknalltheit mittlerweile zufrieden und müssen daher keine Ambition mehr für das Songwriting verschwenden. Gespensternde Arrangements bahnen sich ihren Weg durch den Sternenstaub, um ihr Recht auf Verwendung in Sci-Fi-B-Movies mit dem Laserschwert zu erkämpfen. Das Schlagwerk zu alledem klingt, als wäre am Schrottplatz gerade ein Aufruhr im Gange.

Wer am Freitagabend in der U3 auf Menschen mit dunklen Sonnenbrillen trifft, die sich offenen Mundes über ihre eigenen Hände wundern: Das sind MGMT-Fans auf dem Weg zum Konzert im Gasometer, wo Benjamin Goldwasser und Andrew VanWyngarden ab 20 Uhr das Wochenende eintrommeln: "There’s a season when I will find out where I am."