Die argentinische Sängerin Mercedes Sosa (74) wird in einem Krankenhaus der Hauptstadt Buenos Aires künstlich beatmet. Die Künstlerin wurde vor elf Tagen wegen eines Leberleidens in das Spital gebracht. Ihren Zustand bezeichnen die Ärzte als "stabil".

Mercedes Sosa, genannt la Negra, gilt als wichtigste Sängerin des nueva canción, des "neuen Liedes", das Elemente traditioneller Folkmusik mit zeitgenössischen Musikrichtungen verbindet und kritischen Texten über aktuelle Zustände versieht. Wie andere ihrer Kollegen greift Sosa die Gläubigkeit in der Volksmusik auf und verbindet sie mit ihrer eindeutig linken Gesinnung.

1979 wurde sie La Plata auf Befehl der Militärjunta verhaftet und erhielt Auftrittsverbot. Als sie 1982 zurückkehrte, verstand ihr Publikum den Vortrag von Sólo le pido a dios als Aufruf zum Sturz der Junta: "Nur das erbitte ich von Gott. / Dass die Ungerechtigkeit mich nicht gleichgültig lässt, dass sie mich nicht auf die andere Wange schlagen."

Heuer veröffentlichte Mercedes Sosa das Album Cantora, auf dem sie unter anderem mit Joan Manuel Serrat, Caetano Veloso und Shakira zusammenarbeitet.