Jetzt hat man gerade diese Salafistenposse um den Kabarettisten Dieter Nuhr und seine Koran-Zitate ausgestanden - schon droht deutschen Gerichten die nächste Absurdität. Ken Jebsen ärgert sich über den Rap "Beate Zschäpe hört U2" der deutschen Antilopen Gang und lief zum Kadi.

Der Deutsch-Iraner Jebsen, mit bürgerlichem Namen Moustafa Kashefi, war als Rundfunkmoderator tätig, ehe sich der Sender Ber- lin-Brandenburg von ihm trennte. Jebsen hatte verschwörungstheoretische Positionen bezogen, auch wurde der Vorwurf des Antisemitismus laut. Dabei hatte Jebsen doch nur die Anschläge vom
11. September 2001 der amerikanischen Regierung zugeschrieben. Israel wirft er "zionistischen Ras- sismus" vor und zieht in seinem Internetblog auf KenFM schon mal einen Vergleich zwischen der NS-Diktatur und dem demokratischen jüdischen Staat: "Der ein- zelne Mensch ist in Israel nie wichtig. (...) Genau wie in Nazideutschland hat diese Art, die eigenen Bürger permanent zu überwachen, (...), eine Wirkung, die sowohl nach außen als auch nach innen ihre Nebenwirkungen hat."

Die Antilopen Gang nun rappt gegen die Alltäglichkeit und gegen das neue Erscheinungsbild von Ultra-Rechts, in das selbst ein Günter Grass mit seinem anti-israelischen Gedicht hineinpasst. Und, so meinen die Antilopen, auch Ken Jebsens Internetseite KenFM.

Jebsen aber, der permanent schwere Geschütze gegen andere auffährt, kann selbst Kritik offenbar nicht ertragen. Freilich wird seine Klage zerschellen am Wall der künstlerischen Freiheit. Bedenklich ist indessen, dass sie überhaupt eingebracht wurde.