Stockholm. Österreichs Kandidatin Zoe hat es mit "Loin d'ici" geschafft: Die 19-Jährige konnte am Dienstagabend in der Stockholmer Globe Arena ein Finalticket für Samstag ergattern. Mit ihrem französischen Popchanson "Loin d'ici" konnte sich die Wienerin im Feld aus 18 Teilnehmern behaupten. Nun darf sie in der Finalshow am Samstag (14. Mai) vom Triumph träumen.

Zoe hatte vor dem Auftritt vor weit über 100 Millionen TV-Zuschauern Nervenflattern. "Ich wollte weinen in der Garderobe - ich hatte so viel Angst!" Auf der Bühne sei nämlich alles von ihr abgefallen. Die blonde Popelfe durfte sich mit neun weiteren Kandidaten über den Einzug ins Finale freuen. Für Ungarn holte Beau Freddie mit seiner rauchigen Stimme und der unterkühlten Nummer "Pioneer" ebenso ein Ticket. Beides sind Kriterien, in denen ihm Douwe Bob aus den Niederlanden mit seinem Countrysong "Slow Down" in nichts nachstand und wie erwartet ebenfalls aufstieg.

Technik als Erfolgskriterium

Auf technischen Zauber setzte indes Mitfavorit Sergey Lazarev aus Russland, der bei seinem "You Are The Only One" die Möglichkeiten der LED-Wand in extenso ausnützte. Für Zypern setzte sich die Band Minus One mit ihrem Bon-Jovi-artigen Beitrag "Alter Ego" durch.

Wie erwartet schaffte es auch Iveta Mukuchyan aus Aserbaidschan mit ihrer Powerballade "LoveWave" und kurzem Body in die Finalrunde. Finaldauergast Aserbaidschan gelangt der Aufstieg auch diesesmal mit Samra und ihrer flotten Ballade "Miracle". Den Kreis der weiblichen Balladenklänge komplettierten noch Gabriela Guncikova ("I Stand") aus Tschechien und die Kroatin Nina Kraljic, deren "Lighthouse" aus österreichischer Feder stammt. Und für Malta war die schwangere Ira Losco mit dem im gleichen Wasser fischenden Song "Walk On Water" erfolgreich.

Enttäuschung für Griechenland

Das Aus brachte der Dienstag hingegen für Greta Salomes isländischen Partypop, die Finnin Sandhja, die Truppe Argo aus Griechenland, die Moldawierin Lidia Isac und den türkischen Leonard-Cohen-Wiedergänger Serhat, der für San Marino startete. Ebenso Rückflugtickets können der Este Jüri Pootsmann, die Band Highway aus Montenegro und die Ethno-Rapformation Dalal & Deen feat. Ana Rucner and Jala aus Bosnien-Herzegowina buchen.

Eine entspannt-charmante Doppelconference lieferten indes ESC-Urgestein Petra Mede und Vorjahressieger Mans Zelmerlöw ab. Hatte die 46-jährige Komikerin bereits als Gastgeberin des Song-Contest 2013 in Malmö brilliert, erwies sich auch der Sänger Zelmerlöw als polyglotter Moderator der Aufgabe gewachsen. "Vielen Dank Wien für eine wunderbare Show und für mich einen unvergesslichen Abend", streute der 29-Jährige der letztjährigen Ausrichterstadt auf Deutsch Rosen.

Schwedische Selbstironie

Neben der selbstironischen Performance des Präsentatorenduos überzeugte nicht zuletzt die LED-Wand in der 1989 eröffneten Globe Arena, einem markanten Halbkugelbau im Stockholmer Süden. Scharfkantig und fragmentiert wurde damit ein neuerlicher technischer Höhepunkt in punkto Bühnenbauten erreicht.

Klassisch präsentierten sich indes wieder die Einspielfilme zur Einführung der einzelnen Kandidaten, die in ihrem natürlichen Habitat, sprich der Heimat gezeigt wurden. Alles andere als gewöhnlich war hingegen das Zwischenprogramm für die Zuschauer in der Halle respektive für jene Fernsehsender, die die Wartezeit nicht mit Werbung überbrückten. So wurden Tänzern als "Grey People" Raum geboten, die das Schicksal von Flüchtlingen in der aktuellen Situation bedrückend in eine Performance übersetzten und damit eines der aktuell brennendsten Themen auch und gerade im Ausrichterland Schweden auf die Bühne brachten.

Am Donnerstag folgt nun das 2. Halbfinale in der Globe Arena, aus dem abermals zehn Finalisten hervorgehen werden. Die 20 Aufsteiger treffen dann am 14. Mai in der großen Finalshow auf die sogenannten Big Five, die fünf größten EBU-Zahler Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien sowie auf Gastgeber Schweden, die allesamt fix für die Endrunde qualifiziert sind.