Jazz spielt mit Grenzerfahrungen. Der Sound, besonders im Jazz, kann jede Form annehmen: Einmal sind es spitze und harte Klänge, dann wiederum weiche und fließende Melodien, glitschige Synthie-Soli, klebrige Streicher, raue Pizzicato-Einsätze. Aus diesem Grund steht das diesjährige Jazzfestival Saalfelden unter dem Motto "Der Sound als Objekt". Auch dieses Jahr spielen wieder heimische und internationale Künstler in 31 Veranstaltungen an vier verschiedenen Spielorten.

Shake Stew eröffnet das Festival

Offiziell wird das Festival von der österreichischen Band Shake Stew am 26. August im Congress Saalfelden eröffnet. Hinter der Band stehen der Österreicher Lukas Kranzelbinder und junge Talente aus der heimischen und europäischen Jazzszene. Das Eröffnungsprojekt wird jedes Jahr von den Intendanten Michaela Mayer und Mario Steidl an einen österreichischen Musiker vergeben. Auf der Hauptbühne werden an diesem Abend außerdem Vincent Courtois, die norwegische Formation Krokofant und der Amerikaner Marty Ehrlich mit seinem Sextett spielen. "An der vulgären Kante" spielt das heimische Trio Edi Nulz, das unter der Führung der Bassklarinette die entfernten Reiche von Rockmusik und Jazz verbindet, der kalifornische Trompeter Daniel Rosenboom gastiert ebenfalls am Samstag mit "Burning Ghosts". Zwischen Jazz und Weltmusik, Eklektizismus und Avantgarde spielen sich die vier Musiker Andreas Schaerer, Luciano Biondini, Kalle Kalima und Lucas Niggli mit "A Novel Of Anomaly" am Sonntag in die Ohren ihres Publikums.

Auch die Short Cuts im Kunsthaus Nexus werden von einer österreichischen Band eröffnet. Das Trio Namby Pamby Boy - bestehend aus Fabian Rucker, Philipp Nykrin und Andreas Lettner - spielt, ganz im Sinne des Festivals, Jazz abseits des Mainstreams, einen Mix aus verschiedenen Genres. Altsaxophonist Tim Berne und Gitarrist Marc Ducret werden am Freitag eine Kostprobe ihrer Klangkunst geben.

Neben den Short Cuts findet dort auch die Kinderbühne statt: Am Sonntag gastieren hier die Groovetrotters, die mit der Kraft des Rhythmus zum Mitmachen motivieren.

Auf der City Stage am Rathausplatz sind heuer etwa Otava Yo zu hören, die russischen Volksliedern mit mächtiger Tanzmusik einen neuen russischen Beat verleihen. Dwanggang aus China schaffen eine einzigartige Mischung aus Folklore, China-Oper, Jazz und akustischem Rock, und Salah Ammo, Orwa Saleh & Friends spinnen mit "Syrian Links" eine bestehende syrisch-österreichische Kooperationen weiter.(vf)

37. Jazzfestival Saalfelden

Bis 28. August. Weitere Infos auf der Website

Die Ö1-"Jazznacht" sendet am 28. August ab 22.40 Uhr live vom Jazzfestival Saalfelden.