Die Geschichte von "Gloss Drop" war für die Battles ein Wechselbad der Gefühle. Nach zwei EPs und ihrem LP-Debüt "Mirrored" im Jahr 2007 wurden sie für ihren vertrackten Sound aus Math- und Post-Rock, Hardcore, Minimalismus und Technoanklängen von BBC Music als "augenblicklich beste Band der Welt" gefeiert. Bereits 2009 begann die aus Brooklyn stammende Band mit der Arbeit am zweiten Album, das im Herbst letzten Jahres hätte fertig werden sollen. Doch dann sprang ihnen Sänger, Gitarrist und Keyboarder Tyondai Braxton ab - weil er sich angeblich dem Ausmaß der geplanten Tour nicht gewachsen fühlte. Dabei hatte Braxton 2009 mit "Central Market" ein neo-klassisches Soloalbum veröffentlicht, das er seitdem von verschiedenen Orchestern interpretieren lässt.

Das verbliebene Battles-Trio - Schlagzeuger John Stanier (ehemals Helmet/Tomahawk) und die Gitarristen Ian Williams (Ex-Don Caballero) und Dave Konopka (Ex-Lynx) - musste also ein wenig umdenken. Bereits auf "Mirrored" war die Gesangslinie häufig als eine Ergänzung zur Musik zu verstehen - und nicht ihr Hauptbestandteil. Demgemäß schaffte der Abgang Braxtons neuen Raum, den Gastsänger wie Gary Numan oder der Vocalist Yamantaka Eye besetzten.


Links
Kritik vom Battles-Konzert in der Wiener Arena
wienerzeitung.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Gleichwohl konzentriert sich "Gloss Drop" auf Instrumentalmusik. Dabei setzen die Battles einen Kontrapunkt zur herkömmlichen Verfahrensweise des Post-Rock, der an der Auflösung der Songstruktur arbeitet. Das neue Album ist hingegen verspielt und bei aller Raffinesse durchaus melodiös geworden.

Bei "Inchworm" fühlt man sich an Kindermelodien erinnert, "Futura" wird von der Musik eines Kirtags angeweht und "Wall Street" hätte auch gut zum Soundtrack einer Animationsserie gepasst. Den Battles ist eine über weite Strecken sogar tanzbare Platte gelungen.

Die Battles treten am 6. Juli in der Wiener Arena auf.

Battles: Gloss Drop. (Warp)