Still und unauffällig hat sich Anna Ternheim mit ihren mininimalistisch anmutenden Kompositionen einen Namen gemacht. Mit ihrem neuen Album, "The Night Visitor", spielt sich die Schwedin in die vorderste Riege der Singer/Songwriter.

Für die in Nashville aufgenommene Platte konnte sie auf alte Mitstreiter von Johnny Cash zurückgreifen. Als Produzent und Gitarrist werkte Ex-Zwan Matt Sweeney, und wie bei Cashs "American Recordings" saß Dave Ferguson am Mischpult und ließ sich sogar zu einem hörenswerten Duett ("The Longer The Waiting") verführen.

Ternheims Songs gehen mit leichtem Country-Anstrich noch tiefer unter die Haut. Unprätentiös erklingen die melancholischen Songs über die Wirren der Liebe; verschiedenste Instrumente wie Mandoline, Akkordeon und Cello geben jedem Song einen dezenten, eigenständigen Charakter. Unterstützend wirkt als Hintergrundsänger auch Will Oldham alias Bonnie Prince Billy mit.

"The Night Rider" ist angenehm unaufgeregt, vermag den Hörer allerdings recht wohl zu beeindrucken.

Anna Ternheim: The Night Visitor. (Die Rider Music / Universal)