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Der Wirtschaftswissenschaftler Theodor Levitt, der den Begriff Globalisierung verbreitete, vertrat die Ansicht, dass ein Unternehmen gleichermaßen Neues schaffen wie etablierte Produkte imitieren müsse, um auf dem Markt bestehen zu können. Würde sich ein Unternehmen bloß auf Innovationen konzentrieren, würde es sich finanziell ruinieren.

Kunst, so ließe sich weiterdenken, besteht darin, das Imitat mit der Innovation gekonnt zu verschmelzen. So kommt der Hörer auch nicht umhin, "YOY" mit dem 2009 erschienenen Vorgänger "Original Bedouin Culture" zu vergleichen.

Konsequent führen Like A Stuntman ihren elektronisch-experimentellen Stil fort. Diesmal präsentieren sie sich jedoch eingängiger, als würden die Musiknomaden ihre Wüste verlassen, um die Städte zu beglücken.

Der etwas in Verruf geratene Begriff der Globalisierung passt wohl derzeit kaum auf eine andere deutsche Band so treffend wie auf das Quartett, das zur Hälfte in Hamburg und zur Hälfte in Frankfurt wohnt. Gerade weil sich Like A Stuntman jedweder Anbiederung an herkömmliche Stilepochen verweigern, sind ihre Kompositionen jenseits von genrebedingten Musikotopen verstehbar.

Ihre bisweilen aufkeimende Expressivität wie auch die zurückgezogenen Momente, die zwischen Exzentrik und Heimeligkeit schillern, leben auch wegen der ausdrucksstarken Stimme von Sven Fritz vom differenzierten Zusammenspiel aller vier Musiker.