Das Quintett aus Oklahama hat nach seinem titellosen Debüt (2009) heuer mit "Tamer Animals" eines der nährstoffreichsten Alben des Jahres serviert. Bestehend aus den besten Zutaten des US-Indie-Rock zwischen Grizzly Bear und The National, nervös stotternden Trompeten, bizarren Fagottarien, Morricone-Western- und symphonischen Cinesmascope Sounds, reist man hier durch ein wahrlich weites Land, schwebt über endlose Prärien, inmitten eines illusionären Klangtheaters voll an- und abschwellender Dramatik, sicher an der Hand geführt von der suggestiven Stimmkraft des Jesse Tabish, einem weiteren langbärtigen Zausel und Derwisch. Der Titelsong versetzt mit seinem halluzinogen treibenden Motiv und der bombastischen Orchestrierung in einen Zustand seliger Abgehobenheit. Im Februar und März werden Other Lives die US-Shows von Radiohead eröffnen; ab März stehen Europa-Termine an – und Ende Mai sind sie beim Primavera-Festival in Barcelona.