Adele: 21 - © XL Recordings / Beggars
Adele: 21 - © XL Recordings / Beggars

2008 hätte das Jahr von Adele werden sollen. Von der BBC als Neuentdeckung des Jahres propagiert, stand sie dann allerdings im Schatten von Duffy. Drei Jahre später könnte es nun anders herum kommen. Während die walisische Konkurrentin mit ihrem neuen Album, "Endlessly", nicht so richtig in Fahrt kommt, scheint Adele mit ihrem Zweitling, "21", alles richtig gemacht zu haben.

Dabei kam der jungen Britin der Zufall zu Hilfe. Mit ihrem Debüt "19" hatte sie das Interesse von Rick Rubin geweckt. Der US-Produzent sah Adele live und entschied sich, das neue Album zu produzieren. Daneben erhielt die Künstlerin noch Unterstützung von erfolgreichen Produzenten wie Paul Epworth (Bloc Party, Florence & The Machine) und Fraser T. Smith (James Morrison, Taio Cruz), die mit ihr gemeinsam Songs entwickelten.

Das Ergebnis ist nun erstaunlich kompakt. Von der ersten Single, "Rolling In The Deep", die mit treibendem Schlagzeug Power-Soul versprüht, sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Zumeist geht es auf "21" (nach dem aktuellen Alter der Sängerin betitelt) ruhiger zu. Adele verarbeitet die Trennung von ihrem Freund, singt von Liebe und Schmerz, ist seit Abschluss des Albums aber angeblich mit ihrem Gefühlsleben im Reinen.

Die Plattenaufnahmen erfolgten bei Rubin in Malibu. Die Arbeit mit dem bärtigen Produzenten empfand die junge Britin als "Oldschool": "Es war total organisch - und alles war live", erzählt sie begeistert. Ob sie nun tatsächlich den Grammy für das "beste Album des Jahres" erhalten wird, wie ihr Rubin versprochen hat, bleibt abzuwarten. Eines ist aber schon jetzt gewiss: Das größte Hindernis in der Musikerkarriere, das verflixte zweite Album, hat Adele mit Bravour gemeistert.