David Sylvian hat immer schon musikalische Grenzen ausgelotet: Angefangen mit der Art Rock-Band Japan in den späten siebziger Jahren oder mit Holger Czukay, Ryuichi Sakamoto oder Robert Fripp. Für "Manafon" hat er u. a. mit Musikern von Polwechsel, Christian Fennesz, John Tilbury, Evan Parker, Toshimaru Nakamura und Otomo Yoshihide zusammengearbeitet. Entstanden ist das Album zwischen 2004 und 2007 während verschiedener Sessions in Wien, London und Tokio.

Das Ergebnis ist eine Mischung aus Free Jazz, Improvisationsmusik und moderner Elektronik, wobei Sylvians warme Stimme die zurückhaltenden Klänge melodiös zusammenhält. Diese strenge Musikalität ist ebenso gewagt wie unzeitgemäß. Seinen Reiz bezieht "Manafon" allerdings aus den bedrohlichen Untertönen. Auf jede Harmonie wartet ein Abgrund, auf jede Schönheit der Schrecken. Treffend ziert ein Reh inmitten eines Waldes das Cover, auf das umseitig schon der Wolf lauert. Ein Märchen für Erwachsene.

David Sylvian: Manafon. (Samadhisou)