• vom 01.03.2012, 07:00 Uhr

Kultur


Radiotipp

Eine sehr lebendige Frauen-Mythologie




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  • Das Radio-Ö1-Gespräch, das Johannes Kaup mit Barbara Frischmuth für die Sendung "Logos" führte, entwirft ein umfassendes Porträt der Schriftstellerin.

Barbara Frischmuth spricht im Radio über Glaube und Leben.

Barbara Frischmuth spricht im Radio über Glaube und Leben.© APA/MARKUS LEODOLTER Barbara Frischmuth spricht im Radio über Glaube und Leben.© APA/MARKUS LEODOLTER

Es gehe um die Frauen. Ihnen schaffe Barbara Frischmuth "eine sehr lebendige Mythologie", schrieb einst das Hamburger Wochenblatt "Die Zeit" beim Erscheinen von Barbara Frischmuths Roman "Amy oder die Metamorphose".


Johannes Kaup fragt in der Radiosendung "Logos - Theologie und Leben" (Samstag, 3. März, auf Ö1, 19.05 Uhr) wenige Tage vor dem Internationalen Frauentag die österreichische Schriftstellerin nach ihrem Glauben. Und dazu gehört auch der Glaube an eine mögliche Synthese von Mutterschaft und Beruf. "Wer weiß, wozu dieses Kind dich bringen wird, zu welchen Erfahrungen es dich veranlasst. Wie willst du denn herausfinden, wie das Leben ist, wenn du vor der ersten natürlichen Herausforderung kapitulierst?" Dies lässt Barbara Frischmuth Amy Stern denken. Tatsächlich war es das Ziel der Autorin, "Kind und Beruf zu versöhnen, ohne mich dem einen oder anderen verweigern zu müssen".

Die Kindheit in Altaussee

Information

Logos - Theologie und Leben

Samstag, 3.März, Radio Ö1, 19.05 Uhr Die Sendung stellt an Barbara Frischmuth die Frage - "Was glauben Sie?"
Website Barbara Frischmuth

Barbara Frischmuth wurde am 5. Juli 1941 in Altaussee geboren. Als sie zwei Jahre alt war, fiel ihr Vater in Russland. Das väterliche Hotel wurde von ihrer Mutter Maria Frischmuth bis 1956 allein weitergeführt. Im selben Jahr übersiedelte Maria Frischmuth nach Graz, wo sie bis 1976 das Brauhaus Reininghaus in Graz-Eggenberg betrieb. Barbara Frischmuth verbrachte somit einen Teil ihrer Kindheit in Altaussee, wo sie auch die Volksschule besuchte.

Die Unterstufe des Gymnasiums absolvierte sie intern bei den Kreuzschwestern in Gmunden, danach ging sie bis 1957 ins Gymnasium in Bad Aussee. Nach dem familiären Wohnungswechsel nach Graz belegte Frischmuth ein Dolmetsch-Studium für Türkisch und Englisch an der Karl-Franzens-Universität Graz und studierte ein Jahr lang in Erzurum in der Türkei. Danach schloss sie noch ein Ungarisch-Dolmetsch-Studium mit Erfolg ab.

Im Forum Stadtpark
Bekannt wurde Barbara Frischmuth zunächst durch ihre Gedichte und war Gründungsmitglied des Forums Stadtpark. Nach ihrer Übersiedlung in die Bundeshauptstadt begann sie an der Universität Wien das Studium der Turkologie, Iranistik und Islamkunde. Zwei Jahre war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Orientalistik-Institut.

Danach war Frischmuth hauptberuflich als Schriftstellerin und Übersetzerin tätig. 1967 erschien als erste Übersetzung aus dem Ungarischen das KZ-Tagebuch der Siebenbürger Jüdin Ana Novac im Rowohlt Verlag, ein Jahr darauf ihr erstes eigenes Werk "Die Klosterschule" bei Suhrkamp. Von da an publizierte sie Romane, Erzählungen, Dramen, Hörspiele und weitere Übersetzungen aus dem Ungarischen.

Im Rahmen von Auslandsaufenthalten besuchte Barbara Frischmuth unter anderem die Türkei, Ungarn, Ägypten und England, aber auch China und Japan. Mehrmals unternahm die Autorin Lesereisen durch die USA. Im Herbst 1990 hielt Frischmuth Poetik-Vorlesungen an der Universität München, und zwar unter dem Titel "Traum der Literatur - Literatur des Traums".

Barbara Frischmuth hat einen Sohn, Florian Anastasius Grün (Jg. 1973), und ist in zweiter Ehe seit 1988 mit dem in München praktizierenden Psychiater und Neurologen Dirk Penner verheiratet. Seit 1999 lebt die Autorin wieder in Altaussee.

Über die Verhältnisse
Ihr jüngst im Berliner Aufbau Verlag erschienener Roman "Über die Verhältnisse" handelt von drei Leben, die aus den Fugen geraten: Mela, attraktive Wirtin eines beliebten Wiener Lokals, ist eine starke Frau, die in der Liebe die Unabhängigkeit schätzt. Dass ihre Tochter sich ganz anders entscheidet, empfindet Mela als Katastrophe. Doch auch ihr höchster Gast, der Regierungschef, steckt in einer Krise . . .



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2012-02-29 15:20:15
Letzte Änderung am 2012-02-29 15:30:25



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