• vom 16.01.2019, 11:09 Uhr

Chronik

Update: 16.01.2019, 14:04 Uhr

Arbeitslosigkeit

Aggressives Verhalten in AMS-Kursen unter der Lupe




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Von WZOnline, APA

  • AMS-Vorstand Kopf prüft Entscheid im Detail, das BFI erteilt weiter Hausverbot.

Aggressives Verhalten und gewisse psychische Krankheitsbilder gehen angeblich oft mit Jobverlust einher. - © APAweb/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE

Aggressives Verhalten und gewisse psychische Krankheitsbilder gehen angeblich oft mit Jobverlust einher. © APAweb/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE

Wien. AMS-Vorstand Johannes Kopf will das aktuelle Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) "im Detail prüfen". Aggressives Verhalten in Kursen des AMS ist laut BVwG den Trainern zumutbar und nicht zwangsläufig ein Grund für Sanktionen. Ein Mann hatte seine Fortbildung mit Drohungen gestört, weswegen er ausgeschlossen und ihm der Bezug des Arbeitslosengeldes für eine gewisse Zeit gestrichen wurde.

Er legte Beschwerde ein und bekam laut Erkenntnis, das der APA vorliegt, Recht. Kopf plädierte in einer ersten Stellungnahme für eine differenzierte Sichtweise: "Weil sozial abweichendes bzw. aggressives Verhalten aber auch gewisse psychische Krankheitsbilder oft mit Jobverlust einhergehen bzw. (insb. längere) Arbeitslosigkeit nicht nur zu Existenzängsten, sondern auch dem Gefühl von Hilfslosigkeit führen kann, ist die tägliche Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen in den AMS Geschäftsstellen, aber auch in unseren Schulungs- bzw. Beratungseinrichtungen, immer wieder auch psychisch sehr herausfordernd", schreibt der AMS-Vorstand in einem Posting auf seinem Facebook-Profil.

Schwierige Situationen meistern

Trainer müssten "schwierige, gelegentlich als bedrohlich empfundene Situationen" meistern oder "einfach zum Beispiel verzweifelten Menschen wieder Hoffnung" machen, so Kopf. Zur Unterstützung würde das AMS beziehungsweise die Schulungsbetriebe "viel in unterschiedlichste Maßnahmen wie zB. Mitarbeiterschulungen zu deeskalierenden Gesprächsführung, organisatorische, bauliche und sonstige Sicherheitsmaßnahmen, die Gestaltung von Warteräumen" investieren. Das AMS lässt die Arbeitslosen-Schulungen von externen Bildungsträgern durchführen. Die Trainer sind bei den externen Organisationen angestellt.

Kopf bedankte sich außerdem in seinem Facebook-Posting "bei allen unmittelbaren oder mittelbaren Kolleginnen und Kollegen, die sich tagtäglich bemühen, einen sehr guten Job zu machen".

BFI erteilt weiter Hausverbot

Das Erwachsenenbildungsinstitut BFI will aggressives Verhalten oder Bedrohungen gegenüber Trainern, Mitarbeitern oder Kursteilnehmern nicht hinnehmen. "Das haben wir am BFI Wien nie toleriert und werden wir auch weiterhin nicht tolerieren", erklärte BFI Wien-Geschäftsführer Franz-Josef Lackinger in einer Aussendung.

"Und wir tun alles in unser Macht stehende, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Bedrohungen jeglicher Art und Übergriffen zu schützen", so Lackinger in Reaktion auf das am Mittwoch bekannt gewordenes Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG). Das BFI setze auf ein von Wertschätzung geprägtes Klima und ein friedliches Mit- und Nebeneinander. "Daher werden wir als private Bildungseinrichtung unabhängig vom Paragrafen 10 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes auch weiterhin unserer Hausordnung entsprechend Personen, die aggressives Verhalten an den Tag legen oder andere Menschen bedrohen, vom Unterricht ausschließen und mit einem Hausverbot belegen", so der BFI-Chef.

Das BFI Wien beschäftigt zusammen mit seinen Tochterunternehmen rund 800 Mitarbeiter und über 1.000 selbstständige Trainer. Gut 45.000 Menschen nehmen laut BFI jährlich an Lehrgängen, Kursen und Seminaren des Bildungsinstituts teil.





Schlagwörter

Arbeitslosigkeit, AMS, Aggression

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-16 11:11:45
Letzte Änderung am 2019-01-16 14:04:01



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