• vom 26.02.2007, 17:29 Uhr

Chronik


Neue Wunderwaffe gegen Rot-Sünder und Kreuzungsblockierer in Wien

"Rotlicht-Radar": Start im Frühjahr steht bevor




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Von Christian Mayr

  • Nach jahrelanger Planung könnte Anlage am Alsergrund in Betrieb gehen.
  • Wer zu spät in Kreuzung einfährt, zahlt 112 Euro Strafe.
  • Gürtel-Nadelöhr soll entschärft werden.
  • Wien. Gut Ding braucht bekanntlich Weile - das wissen gelernte Wiener nur allzu gut. Dass es in der Bundeshauptstadt aber fast fünf Jahre braucht, um ein einziges Kontrollsystem gegen "Rot-Sünder" zu installieren, ist schon eine Besonderheit: Nachdem das Pilotprojekt der Rotlicht-Kamera an der Kreuzung Währinger Gürtel/Nussdorfer Straße nicht nur von der Polizei sondern auch schon von diversen Medien mehrfach angekündigt wurde, soll es nun im Frühjahr so weit sein. Endgültig, wie man auch bei der Polizei hofft.

Dass es so lange gedauert hat, ist umso mehr verwunderlich, als es das System in ähnlichen Formen längst in anderen Städten gibt - in Linz etwa seit mehr als zehn Jahren. Doch in Wien sorgte eine Pannenserie für Verzögerungen: So musste der Masten für die Kamera (siehe Bild) wieder versetzt werden; auch gab es Probleme beim Verlegen der Induktionsstreifen unter der Fahrbahn; dann dauerte es, bis man sich für das richtige Kamera-System entschieden hatte; und zuletzt wurde das Projekt von Software-Fehlern geplagt, wie Peter Goldgruber, Leiter der Sicherheits- und Verkehrspolizeilichen Abteilung, gegenüber der "Wiener Zeitung" eingesteht.


"Es ist eben ein neuartiges Projekt für Wien und stellt eine technische Herausforderung dar", rechtfertigt Goldgruber, der nun aber optimistisch ist: "In den nächsten Wochen sollte die Anlage in Betrieb gehen. Was genauere Prognosen betrifft, bin ich mittlerweile aber vorsichtig."



5 Sünder pro Ampelphase
Zumindest im internen Test-Betrieb hat das rund 100.000 Euro teure System schon funktioniert - und es lieferte interessante Fakten: So seien in Spitzenzeiten trotz Rotlichts noch fünf Fahrzeuge in die Kreuzung eingefahren - und zwar pro Ampelphase. Für Goldgruber ein Indiz, dass das "Rotlicht-Radar" abschreckend wirken und zum besseren Verkehrsfluss beitragen kann. Denn Rot-Sünder blockieren den Querverkehr "und dann steht in der Früh alles", so Goldgruber. Bei kaum einer Kreuzung sei das so eklatant wie jener am Gürtel, wo es auch aufgrund einer Fahrbahnverengung tagtäglich zu Rückstaus kommt.

Wer sich künftig noch in die Kreuzung schummeln will, bekommt eine saftige Strafe in Höhe von 112 Euro: 70 Euro wegen Rotlicht-Ignorierens; 42 Euro wegen Behinderung des Querverkehrs. Und wer dabei jemanden gefährdet, erhält zusätzlich einen Führerschein-Vormerk-Punkt. Sollte sich das neue Ampel-Radar bewähren, will Goldgruber eine Ausweitung für Wien - vorrangig auf einigen heiklen Kreuzungen der 2er-Linie. Ob die Umsetzung auch dort im Schneckentempo vor sich geht?



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Dokument erstellt am 2007-02-26 17:29:35
Letzte Änderung am 2007-02-26 17:29:00


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