• vom 14.10.2006, 00:00 Uhr

Chronik


Großauftrag: Bis zu 400 Millionen Euro kostet das neue Krankenhaus in Floridsdorf - die Verhandlungen laufen

Drei Standorte für neues Super-Spital




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Von Christian Mayr

  • Siemens, ÖBB und Heeresspital im Rennen um Wien-Nord.
  • Vertrauliche Details sickern durch.
  • 2011 soll 850-Betten-Burg fertig sein.
  • Wien. Es ist eines der best-gehüteten Geheimnisse in der Stadt Wien. Nun sickerten erstmals Details durch, wo genau das geplante neue "Super-Spital" - das Krankenhaus Wien-Nord in Floridsdorf - entstehen soll. In dem noch laufenden Vergabeverfahren haben sich drei Standorte herauskristallisiert: Das Areal beim Heeresspital in Stammersdorf, die Pauker-Gründe von Siemens und ein Grundstück der ÖBB-Hauptwerkstätte Floridsdorf (siehe Grafik) .

Konzentration: Ins Spital Wien-Nord ziehen Semmelweis-Klinik und Gersthof. Foto: apa

Konzentration: Ins Spital Wien-Nord ziehen Semmelweis-Klinik und Gersthof. Foto: apa

Konzentration: Ins Spital Wien-Nord ziehen Semmelweis-Klinik und Gersthof. Foto: apa

Konzentration: Ins Spital Wien-Nord ziehen Semmelweis-Klinik und Gersthof. Foto: apa Konzentration: Ins Spital Wien-Nord ziehen Semmelweis-Klinik und Gersthof. Foto: apa

Ein dem Vergabegremium nahe stehender Fachmann bestätigt der "Wiener Zeitung", dass sich noch kein klarer Favorit abzeichnet und derzeit "intensiv verhandelt" werde.


Die Projekte im Detail:  Der Standort Heeresspital wurde immer wieder im Zusammenhang mit dem Bau von Wien-Nord genannt. Nun soll sich ein Konsortium aus Raiffeisen und Vamed gebildet haben - das Grundstück würde das Bundesheer liefern.

Beim Bundesheer wird der "WZ" das Projekt bestätigt: "Ja, die Raiffeisen-Holding ist bei dem Bieterverfahren dabei. Es gibt mit uns die Übereinkunft, einen Teil des Heeres-Grundstückes zur Verfügung zu stellen." Das Heeresspital würde neben Wien-Nord weiter bestehen - und könnte von Synergieeffekten (gemeinsame Labors, Forschungsprojekte, Infrastruktur) profitieren. "Wir sind daher sehr an einer Kooperation interessiert", heißt es von der Heeres-Pressestelle.

U6-Verlängerung nötig
Bei Vamed darf man - "solange das Verfahren läuft" - keine Auskünfte geben. Faktum ist, dass der zum deutschen Pharmariesen Fresenius zählende Konzern Marktführer im heimischen Gesundheitstourismus ist und als Betreiber des Wiener AKH die besten Referenzen vorweist.

Der Nachteil am Standort Heeresspital ist die Randlage ohne entsprechende öffentliche Anbindung. "Daher wird dieses Projekt im Bezirk favorisiert, weil nur dann die U6 verlängert wird", berichtet der Insider. Bezirkschef Heinz Lehner schweigt dazu kategorisch, da er in jenem Gremium sitze, das bis Frühjahr 2007 den Bestbieter finden muss.  Für viele überraschend ist, dass auch Siemens um das Spital mitbietet: Bei dem Projekt auf den Pauker-Gründen, die durch den VA-Tech-Deal übernommen wurden, würde der Elektronikriese das Grundstück liefern sowie auch die gesamte Spitalstechnik bereitstellen. Laut dem Experten wolle sich Siemens diesen Großauftrag nicht entgehen lassen, wobei auch die Rathaus-Nähe von Ex-Finanzstadträtin und jetziger Siemens-Chefin Brigitte Ederer sehr förderlich sei.

Der Vorteil an dem Standort ist, dass er explizit Stadtentwicklungsgebiet ist, und das Spital unmittelbar neben der bis 2010 entstehenden Siemens-City für 13.000 Menschen gebaut werde. "Auch dort müsste man sich verkehrstechnisch etwas überlegen", sagt ein Experte. Laut Stadt Wien gibt es bisher nur die Überlegung eine neue Straßenbahnlinie durch die Siemensstraße zu legen. Bei Siemens heißt es dazu: "Kein Kommentar."

ÖBB: Beste Anbindung
 Die wenigsten Anbindungssorgen gäbe es beim ÖBB-Projekt an der Brünner Straße: Von der U6-Endstelle Floridsdorf sind es drei Straßenbahn-Stationen; zudem gibt es die S-Bahn-Station Brünner Straße. "Daher wäre das auch die billigste Variante für die öffentliche Hand", sagt der Fachmann. Hier soll es ein Gemeinschaftsprojekt von Bauriese Porr und ÖBB geben. Die ÖBB kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigen noch dementieren.

Allerdings entspricht das Grundstück nicht ganz den Kriterien: Krankenanstaltenverbund-Chef Wilhelm Marhold will nämlich eine fünf bis sieben Hektar große "Grünoase".

Laut Ausschreibung wird die Stadt Wien künftig den Betrieb des bis zu 850 Betten großen Spitals übernehmen. Der nun gesuchte private Partner muss ein Grundstück bereitstellen, Kenntnisse und Möglichkeiten zur Errichtung eines Krankenhauses besitzen und ein Finanzierungskonzept vorlegen. Die Baukosten von Wien-Nord, in das die Semmelweis-Klinik und das Spital Gersthof übersiedeln, sollen bei 300 bis 400 Millionen Euro liegen.



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Dokument erstellt am 2006-10-14 00:00:01
Letzte Änderung am 2006-10-13 16:59:00

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