• vom 04.01.2011, 13:08 Uhr

Chronik

Update: 04.01.2011, 13:13 Uhr

Dioxin: Ermittlungsverfahren eingeleitet




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Von WZ Online

  • Firma verwendete Fettsäure für Industrie.
  • Uetersen. Im Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter in Deutschland hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe (Schleswig-Holstein) erste Schritte gegen den Geschäftsführer und weitere Verantwortliche des Futtermittelherstellers Harles & Jentzsch gesetzt.

Eier, die möglicherweise mit Dioxin kontaminiert sind, werden in Insitut in Münster untersucht.

Eier, die möglicherweise mit Dioxin kontaminiert sind, werden in Insitut in Münster untersucht.© Reuters Eier, die möglicherweise mit Dioxin kontaminiert sind, werden in Insitut in Münster untersucht.© Reuters

Es bestehe der konkrete Anfangsverdacht, dass die Firma gegen das Futtermittelrecht verstoßen und eine gesundheitliche Beeinträchtigung von Menschen in Kauf genommen habe, sagte Oberstaatsanwalt Ralph Döpper dem "Westfalen-Blatt" (Online-Ausgabe). Der Tatzeitraum sei völlig offen, er könne mehrere Jahre betragen.


Zuvor war bekannt geworden, dass die Firma technische Mischfettsäure für die Futterproduktion eingesetzt hatte. Durch die richtige Kennzeichnung sei klar gewesen, dass die Ware nur für die technische Industrie, etwa zur Herstellung von Schmiermitteln, geeignet gewesen sei, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dem "Westfalen-Blatt". Harles & Jentzsch habe die von einem niederländischen Unternehmen bezogene Mischfettsäure zur Herstellung von Futterfett verwendet. Die Mischfettsäure selbst stammt von einer Biodiesel-Anlage der Petrotec AG in Emden.

Laut Sprecher sind dann 527 Tonnen des Futterfetts an sieben Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, drei Futtermittelhersteller in Nordrhein-Westfalen und jeweils einen Hersteller in Hamburg und Sachsen-Anhalt geliefert worden. Diese zwölf Hersteller hätten Höfe unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg beliefert.

Laut Augenzeugen suchte die Polizei am Dienstag das Gelände des Futtermittelherstellers in Uetersen auf. Oberstaatsanwalt Döpper wollte sich dazu jedoch nicht äußern. In dem Dioxinskandal ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg.

Wegen des Funds von dioxinverseuchtem Tierfutter waren am Montag allein in Niedersachsen 1.000 Betriebe gesperrt worden. Betroffen sind Legehennen-, Puten- und Schweinemasthöfe. Dioxin gilt als krebserregend. (APA)



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Dokument erstellt am 2011-01-04 13:08:00
Letzte Änderung am 2011-01-04 13:13:00

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