• vom 24.09.2003, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 14:14 Uhr

SMART-1, Europas erste Mondmission, startet am 28. September

Langsam aber stetig zum Ziel




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  • Mit genau einmonatiger Verspätung und mehreren Verschiebungen startet in der Nacht zum Sonntag mit SMART-1 die erste europäische Mission zum Mond. Wegen eines besonders treibstoffsparsamen Antriebs wird die Sonde 16 Monate für die Reise zum Mond benötigen.

Während zukünftige Raumschiffe in der Science-Fiction-Literatur mit Warp-Antrieb durch die Galaxien flitzen, setzen die Wissenschaftler bei SMART-1 auf einen Ionen-Antrieb, der zwar nur minimale Schubkraft erzeugt, dafür aber sehr wenig Treibstoff verbraucht. Aus diesem Grund benötigt die Mond-Sonde auch 16 Monate zum Erdtrabanten.


Als Grund für die Start-Verzögerungen wurden seitens der ESA Probleme mit einem Kommunikationssatelliten genannt, der gemeinsam mit der Mondsonde mit einer Ariane-5 von Kourou in Französisch-Guyana aus in den Weltraum geschossen werden soll. Die Ariane-5 soll die 370 Kilogramm schwere, annähernd würfelförmige Mondsonde mit einer Kantenlänge von rund einem Meter auf eine relativ erdnahe Umlaufbahn ins All bringen. Nach dem Ausfahren der Solarpaneele tritt dann der Ionen-Antrieb in Aktion.

Die Sonde soll schließlich in die Umlaufbahn um den Mond einschwenken, um die geplanten Experimente durchzuführen, außerdem soll SMART-1 nach Wassereis auf dem Südpol des Mondes fahnden. Das Vorhandensein von Wasser wäre eine wichtige Voraussetzung für eine Mondbasis. Die Sonde ist auf einen Betrieb von rund zwei bis zweieinhalb Jahre ausgelegt.

An der europäischen Mondmission sind auch österreichische Forscher beteiligt. So wurde Martin Tajmar von den Austrian Research Centers (ARC) für Experimente am neuartigen Antrieb verpflichtet.

SMART steht für "Small Missions für Advanced Research and Technology", ein völlig neues Konzept in der europäischen Raumfahrt: Weg von milliardenschweren Megaprojekten, die sich selbst die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA immer weniger leisten kann, hin zu mehreren kleinen, feinen Missionen.

Dass der Mond für die Wissenschafter immer noch interessant ist, liegt u.a. daran, dass die Entstehung unseres Begleiters noch nicht endgültig geklärt ist. Die heute am meisten favorisierte Ansicht ist, dass der Mond ein Stück Erde ist. In der Frühzeit unseres Planeten soll ein riesiger Meteorit aufgeschlagen und Material ins All geschleudert haben. Die Trümmer, welche die Erde umkreisten formierten sich nach und nach zum Mond wie wir ihn kennen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2003-09-24 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 14:14:00

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