• vom 15.01.2003, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 14:36 Uhr

Millennium Tower wurde weit größer gebaut als bewilligt

Grüne orten Günstlingswidmung




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Von Veronika Gasser

  • Sanktionen für den Bauherrn statt nachträglicher Widmung verlangen die Grünen im Fall des Millennium Towers. Das Hochhaus in Wien-Brigittenau wurde 202 m hoch, bewilligt waren nur 140 m. Ähnliches passierte mit dem Einkaufszentrum. Es schwoll in der Bauphase auf das Dreifache der bewilligten Verkaufsfläche, ca. 30.000 m², an.

Zwischen der Widmung und der tatsächlichen Bebauung gibt es gravierende Widersprüche, kritisiert Wiens Grünen-Chef Christoph Chorherr. Er befürchtet eine nachträgliche "Günstlingswidmung im Gemeinderat und die Legitimierung von Rechtswidrigkeiten". Statt dessen fordert er Sanktionen für den Bauträger Georg Stumpf: "Entweder einen Rückbau oder spürbare Strafzahlungen". Denn Stumpf habe die Höhe des Hochhausturmes um 60 m massiv überschritten. "Der Günstlingsparagraph 69, der "unwesentliche Abweichungen" erlaubt, machte es möglich. Auch bei den Parkplätzen war Bauherr Stumpf nicht kleinlich: Aus den geplanten 1.150 wurden kurzerhand 2.300, wodurch die Garage anstatt zwei gleich vier Geschosse benötigte. Ähnliches passierte mit dem Einkaufszentrum. In einem Schreiben an die Wirtschaftskammer aus dem Jahr 1995 verpflichtete sich Stumpf zu einer Verkaufsfläche von 10.000 m² auf einer Ebene. De facto wurden daraus dann drei Ebenen mit einer Fläche von rund 30.000 m². Die Wirtschaftskammer brachte schon 1995 zum Schutz des Handels in der Brigittenau Einwände für eine zu große Einkaufsanlage vor.


Planungsstadtrat Rudolf Schicker verlangt vor einer allfälligen Umwidmung von Stumpf die von diesem zugesagten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur: "Andernfalls werde es keine Widmung geben und die Nutzung der Flächen wird sehr schwer." Er gesteht ein, dass es beim Millennium Tower zu einer "extrem weitherzigen Interpretation der Baubestimmungen durch die Baupolizei" gekommen sei. Der "mehrfache 69er ist sicher nicht das Gelbe vom Ei".



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Dokument erstellt am 2003-01-15 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 14:36:00


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