• vom 15.02.2002, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 15:02 Uhr

Konsumierbare österreichische Geschichte unterm Heiligenkreuzerhof

"Wiener Blut" als Infotainment




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In den Kellergewölben des Heiligenkreuzhofs in der Wiener Innenstadt soll österreichische Geschichte in Zukunft hautnah erlebbar werden. "Historyworld Wiener Blut" nennt sich das Infotainmentprojekt, bei dem Besucher mittels Kunststoff-Figuren, Videoprojektionen und Spezialeffekten auf 1.150 m² mit Schauerlichem und Erbaulichem vom Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg konfrontiert werden. Die Eröffnung ist für 22. Dezember geplant.


Die Besuchererwartungen von Historyworld sind hoch gesteckt: "Ab 130.000 Besuchern pro Jahr trägt es sich wirtschaftlich, 500.000 Besucher sind realistisch", sagte Geschäftsführer Ewald Offner. Insgesamt würden rund sechs Mill. Euro (82,6 Mill. S) investiert. Der Eintrittspreis wird laut Offner zwölf Euro (165 S) betragen.

Herzstück der Schau sind knapp 50 lebensgroße Puppen historischer Persönlichkeiten in originalgetreuen Kostümen vor entsprechenden Bühnenbildern. Die "Haut" der teilweise beweglichen Figuren werde mittels Silikonüberzug äußerst lebensecht erscheinen, schwärmt Dietmar Solt, der künstlerische Leiter von "Wiener Blut". "Wir haben einen Maskenbildner gewinnen können, der bisher ausschließlich für Hollywood gearbeitet hat." Allein an der künstlerischen Realisierung des Projekts seien 80 bis 100 Personen beteiligt.

"Haptisch, visuell, und akustisch" soll die österreichische Geschichte erlebbar werden, sagte Solt: "An einem Geruchskonzept arbeiten wir noch." Die Zeitreise wird für die Besucher im Jahr 1192 beginnen. Für Mittelalter, Renaissance, Barock und Aufklärung gibt es eigene Stationen, ebenso wie für das 19. Jahrhundert und den Ersten Weltkrieg. Für Grusel sollen Darstellungen von Inquisition, Folter und Hinrichtungen sorgen.

Der Zweite Weltkrieg und die Gräuel des Holocaust bleiben dagegen vorerst ausgespart. "Wenn das Konzept funktioniert", werde man diese Themen in einer weiteren Ausbaustufe berücksichtigen, hieß es.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2002-02-15 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 15:02:00

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