• vom 16.10.2000, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 15:40 Uhr

Freudenau blieb auch nach EU-Beitritt "internationales Verteilerzentrum"

Wie aus Zollfreizonen neue Freilager wurden




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Von Barbara Ottawa

  • Etwas mehr als 2,5 Tonnen Güter aus der ganzen Welt wurden letztes Jahr auf dem Areal des Freilagers Hafen Freudenau zollfrei umgeschlagen. Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union wurden die vier österreichischen Zollfreizonen zu "Freilagern", nach EU-Richtlinien, umgewandelt - geändert hat sich aber, zumindest in der Praxis, nicht viel.

Per Bahn, Schiff und Lastkraftwagen, täglich werden etwa 200 LKWs abgefertigt, werden die Güter zur Einlagerung gebracht, erklärt der Geschäftsführer der Wiener Hafen G.m.b.H. Walter Edinger gegenüber der "Wiener Zeitung".


Auf der umzäunten und rund um die Uhr bewachten Fläche von 223.900 m² werden die ankommenden Güter sortiert, kommissioniert und gelagert. Ein eigenes Zollamt - für die Durchfahrt durch Zollgebiet werden Papiere benötigt - erleichtert die Abwicklung.

Unter den Waren finden sich vor allem Güter aus Übersee und aus anderen EU-Ländern. Somit sieht Edinger im Falle einer EU-Osterweiterung keine Gefahr für den Bestand des Freilagers. "Der überwiegende Teil der Güter kommt aus Übersee" und wird dann in Österreich verteilt, berichtet der Geschäftsführer. Das Freilager Wien ist ein "internationales Verteilerzentrum", bestätigt Betriebsleiterin Diana Topic.

Seit dem EU-Beitritt und somit seit der Umwandlung in ein Freilager habe sich nicht viel verändert, erläutert Edinger. Lediglich die Art der Aufzeichung von Waren sei anders.

Bearbeitung der Güter ist nach wie vor möglich

Wie auch in den früheren Zollfreizonen können Großhandelslieferungen in Freilagern auf unbegrenzte Zeit zollfrei gelagert werden. Auch auf dem Gebiet eines Freilagers können Güter bearbeitet und danach zollfrei umgeschlagen werden, führt Bundeszollinspektor Peter Zeller auf Anfrage der "Wiener Zeitung" aus.

Der Unterschied stecke in Detailformulierungen, wirke sich aber in der Praxis kaum aus, erläutert Rudolf Zant, Fachbearbeiter für Zolllager und Freizonen im Finanzministerium.

Nach dem EU-Beitritt seien alle vier österreichischen Zollfreizonen zu Freilagern umgewandelt worden, so Zant. In Wien, Linz und Hall in Tirol bestehen sie noch, das Freilager Graz hat inzwischen geschlossen.

Da Zolllager, die nur mittels EDV überwacht werden, im Grunde die gleiche Funktion wie Freilager erfüllen, werde die Schaffung von Freilagern, die "wirtschaftlich nicht sinnvoll" seien, in Österreich nicht forciert, so Zant. Die drei bestehenden Zollfreilager würden aber weitergeführt.

Von der Zollfreizone zum Freilager, um schließlich vom Zolllager abgelöst zu werden?



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Dokument erstellt am 2000-10-16 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 15:40:00


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