• vom 28.12.1999, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 15:53 Uhr

Zum Glück gab es im gesamten Bundesgebiet keine ernstlich Verletzten

Der Orkan "Lothar" verursachte in Österreich Millionenschäden




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  • Der Orkan "Lothar" hat auch in Österreich eine Spur der Verwüstung gezogen. Besonders betroffen waren · wie bereits teilweise in unserer Montag-Ausgabe berichtet · Vorarlberg, Salzburg, Tirol
  • sowie Niederösterreich: Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt, Boote machten sich selbstständig, und Teile des Bundesgebietes waren ohne Strom. Menschen wurden jedoch nicht ernsthaft
  • verletzt.

Als "Sturmspitze" erwies sich der Feuerkogel in OÖ mit Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 218 Stundenkilometern.


Schwere Schäden hinterließ der Sturm in NÖ. Das Pultdach des "Hauses der NÖ Landwirtschaft" hat der Wind "wie ein Segel aus der Verankerung gerissen", sagte Kammerdirektor Gottfried Holzer. Im

Megaplex-Kinocenter, das am Sonntag evakuiert werden musste, sei hingegen das Dach nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, hieß es seitens der Betreiber.

Im Ortsgebiet von Traisen im Bezirk Lilienfeld wurde das Wellblechdach der Firma VOEST Alpine weggerissen und auf die Gleise der ÖBB sowie auf die Fahrbahn geschleudert. Auch zahlreiche andere

Straßen waren durch umgestürzte Bäume unpassierbar.

Schäden in zweistelliger Millionenhöhe · allein geschätzte 20 Millionen in der Forstwirtschaft · hat der schwere Sturm in Vorarlberg verursacht. Besonders betroffen sind die Waldbesitzer: Der Wind

"fällte" rund 67.000 Festmeter Holz. Die Feuerwehren absolvierten seit Sonntag mit über 1.400 Mann mehr als 450 Einsätze.

Bregenzerwald: Kein Strom

Die Situation war am Montag noch immer nicht ganz überstanden: Einige Ortsteile im Bregenzerwald waren ohne Strom.

Dass es in Vorarlberg zu keinen Personenschäden kam, grenzte an ein Wunder. In Dornbirn etwa konnte ein neunjähriges Mädchen unverletzt unter einem umgestürzten Baum herausgezogen werden. Das Mädchen

hatte zusammen mit 60 anderen Kindern in einer Hütte zu Mittag gegessen und war danach vors Haus gegangen.

Im Bundesland Salzburg waren Sonntag Nachmittag und Abend vor allem die Hauptstadt und der Flachgau vom Sturm betroffen. Bäume wurden entwurzelt, Plakatwände fielen um, und O-Busleitungen wurden

beschädigt, so dass es teilweise zum Stillstand einiger Linien kam. Haushalte waren einige Stunden ohne Strom.

Auch in Teilen Tirols hat es schwere Sturmschäden gegeben. Am stärksten betroffen waren das Außerfern und das Pitztal. Umgestürzte Bäume verlegten Straßen und sorgten für Stromausfälle. In einzelnen

Skigebieten mussten Menschen aus Liften abgeseilt werden. Am "Sonnalmlift" in Berwang (Bezirk Reutte) mussten 150 Passagiere der Vierer-Sesselumlaufbahn mittels Seilbergung befreit werden.

Oberösterreich und Wien haben die Sturmfront vergleichsweise glimpflich überstanden. Im Land ob der Enns waren zur Bekämpfung der Schäden am Sonntag Nachmittag über 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Häufigste Ursache für das Ausrücken waren umgestürzte Bäume, die quer über Straßen lagen.

Wien: Tankstelle ohne Dach

In Wien verzeichnete die Feuerwehr allein bis Sonntag Abend 80 Einsätze. In der Steinhausengasse 11 in Meidling wurde die Rauchfanggruppe auf dem Dach zerstört, im Arsenal wurde das Dach einer

Tankstelle abgetragen.

Vor allem kleinere Sachschäden wie beschädigte Fensterflügel oder Dächer hielten die Floriani-Jünger auf Trab. In der Sambeckgasse 19 in Wien-Penzing stürzte ein Baum um. Personen kamen laut

Feuerwehr durch den Sturm in Wien nicht zu Schaden.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 1999-12-28 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 15:53:00

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