• vom 10.08.1999, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 15:58 Uhr

Zwölf Kinder unsittlich berührt

Pater gestand sexuellen Missbrauch von Buben




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  • Jener 33-jährige Pater, der wie berichtet wegen des Besitzes von Kinderpornos verhaftet worden ist, hat laut Exekutive sexuelle Übergriffe auf zwölf Burschen gestanden. Auch der mutmaßliche Kopf
  • der Bande, der 54-jährige Friedrich M. aus Wien-Meidling, steht im dringenden Verdacht des Missbrauches von Minderjährigen. Die Diözese Linz bedauerte das Verhalten des Ordensmannes "zutiefst".

Der oberösterreichische Geistliche soll in einem Gymnasium in Dachsberg in Prambachkirchen (Bezirk Eferding), in dem er als Religionslehrer und Internatsleiter gearbeitet hat, im Jahre 1998 zwölf

Burschen im Alter von zehn bis zwölf Jahren unsittlich im Genitalbereich berührt haben.


Die Polizei befürchtet, dass der Pater weitere Übergriffe auf die ihm anvertrauten Kinder begangen haben könnte.

In den kommenden Tagen sollen Schüler, mit denen der Verdächtige in den vergangenen sechs Jahren in Kontakt gekommen ist, von Psychologen befragt werden, berichtete Chefinspektor Franz Sonnleitner

vom Bezirkspolizeikommissariat Wien-Neubau am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Stadthauptmann Alfred Hoffmann. Der Pater hat auch zugegeben, Jugendliche am Telefon zu sexuellen

Handlungen aufgefordert zu haben.

Der "Hauptverteiler" des Kinderpornoringes, der 54-jährige Friedrich M., steht laut Polizei ebenfalls im dringenden Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Auf Bildern, die laut Angaben des

Verhafteten bereits zehn Jahre alt sein sollen, sehe man den Beschuldigten bei unzüchtigen Handlungen mit Minderjährigen. Vor rund 15 Jahren fungierte M. übrigens als Führer zweier Pfadfinder-Gruppen

in Wien-Landstraße und Wien-Ottakring.

Die Diözese Linz stellte in einer Erklärung am Montag fest, sie sei "betroffen" über den Anlass, der zur Verhaftung eines Ordensmitglieds der Oblaten des Heiligen Franz von Sales in Prambachkirchen

geführt habe. Sie bedaure das Verhalten des Ordensmannes zutiefst, hieß es.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien hat eine Soforthilfe-Stelle für Betroffene eingerichtet. Unter der Kurzwahl-Telefonnummer (01) 1708 können sich etwaige Opfer des Paters kostenlos beraten

lassen.

Der Internet-Kinderpornoring ist bereits vergangenen Dienstag aufgeflogen. Inzwischen wurden fünf Verdächtige verhaftet, einen sechsten hatten die Fahnder am Montag im Visier.

Der Direktor der Schule in Dachsberg, Stefan Leidenmühler, ist "zutiefst erschüttert". Er sprach sich für eine restlose Aufklärung aus.



Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 1999-08-10 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 15:58:00

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