• vom 10.05.1999, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 08.04.2005, 16:19 Uhr

Jubiläum: Radfahrverein wird Dienstleistungsunternehmen für 450.000 Mitglieder

ARBÖ feiert "die ersten 100 Jahre"




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  • Der Verband der Arbeiter-Radfahrervereine Österreichs wurde am 30. April 1899 im Gasthaus "Zur roten Bretzen" in Wien-Ottakring gegründet. Bis heute hat sich der ARBÖ zu einer großen
  • Dienstleistungsorganisation und Interessensvertretung entwickelt: 7.000 ehrenamtliche Mitarbeiter, 400 Techniker und 200 hauptberufliche Mitarbeiter stehen im Dienste der 450.000 ARBÖ-Mitglieder.

Die Gründung des ARBÖ vor 100 Jahren fiel in die Zeit der wachsenden Industrie und zugleich des wachsenden Selbstbewußtseins der Arbeiter. Diese schlossen sich nicht nur in politischen


Gruppen zusammen, sondern gestalteten auch gemeinsam ihre damals eher kärgliche Freizeit. Nicht allein das Gefühl der Zusammengehörigkeit, auch die gegenseitige Hilfe bei gemeinsamen Unternehmungen

stand im Vordergrund. Bereits am 31. Dezember 1898 hatte Alois Zipfinger als Vertreter der Proponenten ein Statut für einen Verband der Arbeiter-Radfahrervereine Österreichs eingereicht. Die Behörden

verhinderten die Gründung mit dem Vorwand, der Vereinszweck wäre unklar. Alois Zipfinger war am 27. Februar 1899 nochmals bei der Vereinsbehörde vorstellig. Das Bundesministerium des Inneren erließ

einen Bescheid mit der erforderlichen Nichtuntersagung: ab dem 10. März 1899 konnte an die konstituierende Sitzung im Gasthaus "Zur roten Bretzen" in Ottakring gedacht werden. Die

Gründungsversammlung fand am Samstag, dem 30. April 1899, statt und dauerte bis in die frühen Morgenstunden des 1. Mai 1899. Alois Zipfinger wurde zum Obmann gewählt. Den "Verband der Arbeiter-

Radfahrervereine Österreichs" gründeten: der 1. Niederösterreichische Arbeiter-Radfahrerbund mit seinen fünf Ortsgruppen in Wien III, St. Veit, Mödling, Klosterneuburg und Lilienfeld; die Arbeiter-

Radfahrervereine Wien-Landstraße und Favoriten, Inzersdorf, Floridsdorf, Großjedlersdorf, Wiener Neustadt, Brünn und der mährisch-schlesische Bund mit seinen Ortsgruppen. Die Zahl der Mitglieder

betrug rund 1300. 1914 waren es 423 Vereine mit rund 24.000 Mitgliedern.

Nach dem ersten Weltkrieg zählte man nur noch 3500 Mitglieder. Erst 1933 waren es wieder 476 Ortsgruppen mit 17.200 Radfahrern und 43 Motorradfahrer-Ortsgruppen. Das Motorrad war damals Luxusgut,

Beiwagenmaschinen gab es ganz wenige. Von einem Auto träumte man damals nur.

Ebenso wie nach dem Zqweiten Weltkrieg, als Östereich aus Trümmern wieder aufzubauen war. Am 5. März 1946 urde durch den Bundesminister für Inneres dem provisorischen Vereinsvorstand des

Vereins "Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Österreichs" die Aufnahme seiner Tätigkeit wieder erlaubt. 1947 mietete der ARBÖ ein ehemaliges Depot in der Schlechtastraße 4 im dritten Wiener

Gemeindebezirk. Dort wurde den Mitgliedern die Möglichkeit geboten, Reparaturen selbst durchzuführen. 1957 wurde die Straßenwacht gegründet, die an den Wochenenden mit Beiwagenmotorrädern auf stark

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Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 1999-05-10 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 16:19:00

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