• vom 23.02.1999, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 16:32 Uhr

EDOK: Georgier in Ottakring verhaftet

Bei Attentat auf Präsidenten dabei?




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Die "Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität" (EDOK) hat am Samstag in Wien-Ottakring einen 54jährigen Georgier verhaftet. Grundlage war ein Haftbefehl aus Tiflis, der


Rudiko G. der Verwicklung in das Bombenattentat auf Georgiens Staatspräsident Eduard Schewardnadse im Jahr 1995 beschuldigt. Diesen Bericht des "Kurier" bestätigte Montag ein EDOK-Sprecher. G.

wurde in Auslieferungshaft genommen.

G. könnte dem Bericht zufolge auch im derzeit in Wien verhandelten Mordfall Sanikidse eine Rolle gespielt haben. Er war Erkenntnissen ausländischer Behörden zufolge bei dem "Paten-Treffen" in einem

Wiener Nobelhotel dabei, bei dem um jene "verschwundenen" 15 Mill. US-Dollar (184,9 Mill. Schilling) gestritten wurde, die Sanikidse womöglich das Leben gekostet haben.

Rudiko G. gab bisher nur zu, daß er tatsächlich der Gesuchte ist. Er bleibt im Wiener Landesgericht in Haft, bis das Justizministerium über das von Georgien geplante Auslieferungsbegehren entschieden

hat. Für die EDOK-Beamten ist der Fall vorerst abgeschlossen, sollte nicht die im Sanikidse-Prozeß zuständige Staatsanwältin eine Einvernahme begehren.

Zuletzt soll G. Chef der georgischen Verbrecherorganisation "Mkhedrioni" (schwarze Reiter) gewesen sein. Der Vater des in Wien wegen Mordes an Sanikidse angeklagten Akaki Javakadse, Richard

Javakadse, soll ebenfalls dieser Mafia-Gruppierung angehört haben.

Als Folge des Bombenattentats auf Schewardnadse am 29. August 1995 vor dem Präsidentenpalast in Tiflis wurden der Kommandant einer Elitetruppe, der Ex-Geheimdienstchef und der Leiter der "Mkhedrioni"

verhaftet. Letzterem soll Rudiko G. nachgefolgt sein.



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Dokument erstellt am 1999-02-23 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 16:32:00


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