• vom 21.01.1999, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 16:33 Uhr

Nach Babytod: Kontrollprobe war in Ordnung

Ursache mutmaßlich falsches Etikett




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  • Nach dem Tod von zwei belgischen Babys durch ein falsches Injektionspräparat haben die Behörden bei dem deutschen Hersteller keine Unregelmäßigkeiten entdeckt.

Die Gesundheitsbehörde des Regierungspräsidiums Kassel fand bei der Firma B. Braun kein Kaliumchlorid in den Kontrollproben von Glukosepräparaten. Grund für die Unglücksfälle war offenbar ein


falsches Etikett an den Ampullen. Sie enthielen Kaliumchlorid statt der angegebenen Glukoselösung. Univ.-Prof. Dr. Helmut Viernstein vom Institut für Pharmazeutische Technologie erklärte dazu am

Dienstag, daß solche Zwischenfälle extrem selten vorkämen.

In Deutschland · wie in praktisch allen Industriestaaten · sind die Hersteller gesetzlich verpflichtet, von ihren Produkten sogenannte Rückstellproben für spätere Kontrollen anzulegen. In zehn

Ampullen der Rückstellproben fand das staatliche deutsche Untersuchungsamt die auf den Etiketten ausgewiesene Glukose.

Die Rückstellprobe enthält mehrere Ampullen aus jenen zwei Lieferungen mit insgesamt 135.000 Ampullen, von denen ein Teil mit speziell gedruckten Etiketten nach Belgien geliefert, der andere Teil mit

deutschen Etiketten in Deutschland, Luxemburg und in der Slowakischen Republik verkauft wurde, sagte ein Sprecher.

Das Unternehmen hatte sofort eine Rückholaktion gestartet. Am Montag hatte die Polizei das Braun-Werk in Berlin durchsucht. Dort waren die Ampullen mit dem für Säuglinge tödlichen Kaliumchlorid

abgefüllt worden. Das Unternehmen geht von menschlichem Versagen aus.

Laut Viernstein gibt es mehrere Möglichkeiten, wie es zur falschen "Etikettierung" kommen kann: In der Verpackungsstraße kann ein falsches Etikett verwendet werden. Auch die Möglichkeit falschen

Verpackungsmaterials gibt es oder es wurden falsche Ampullen (Gravur etc.) verwendet. Die Endkontrolle bei Arzneimitteln sei zwar extrem streng, menschliches Versagen könne man aber nie ganz

ausschließen.



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Dokument erstellt am 1999-01-21 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 16:33:00


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