• vom 04.08.2011, 14:41 Uhr

Chronik


ÖBB

Chris Lohner bleibt den ÖBB erhalten




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Von Arian Faal

  • Durchsagen auf Bahnhöfen bleiben

Wien. Seit 1979 ist sie in Bahnhofshallen, auf Bahnsteigen und in allen Zügen Österreichs zu hören und zu einem "Kulturgut" avanciert: Die legendäre ORF Moderatorin Chris Lohner. Doch 2010 kam die überraschende Ankündigung der ÖBB, Lohner etappenweise durch die aus Deutschland stammende Computerstimme "Petra" zu ersetzen und aufs Abstellgleis zu schieben.

Gesagt, getan. Seit vergangenem Jahr ist Petra auf den Bahnhöfen in Innsbruck und Salzburg zu hören, weitere Stationen entlang der Westbahn folgten. Die ÖBB lobten damals die Flexibilität der künstlichen Stimme: Informationen könnten schnell an die Fahrgäste weitergegeben werden, man müsse den Text nur in den Computer eingeben.


Doch diese Rechnung wurde ohne die Kunden gemacht. Denn so einfach ließen sich die Fahrgäste "ihre" Chris nicht wegnehmen. Bereits an ihren ersten Arbeitstagen sorgte Petra für Empörung und Protest. Die Fahrgäste empfanden die Stimme als unpersönlich und kalt. Auf dem Salzburger Hauptbahnhof etwa sagt die elektronische Petra Züge und Stationen mit hörbar norddeutschem Akzent an. Zu Beginn konnte sie nicht einmal alle Ortsnamen richtig betonen, was gestandene Salzburger zur Weißglut trieb. Lohner wurde von der ÖBB-Führung über ihre elektronische Konkurrentin gar nicht informiert. Sie sei zwar nicht beleidigt, sagt sie: "Aber wenn man, so wie die ÖBB, immer wieder mal im Schussfeld steht, nimmt man den Kunden doch nicht gerade das weg, was sie gern haben."

Viele verärgerte Kunden drohten sogar, künftig nicht mehr Bahn zu fahren, wenn Lohner weggespart würde. Tausende Beschwerden führten dazu, dass ÖBB - Chef Christian Kern ein Machtwort sprach. "Chris Lohner auf dem Bahnhof ist ein Stück Österreich. Das zu erhalten, ist uns ein Anliegen", stellt er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" klar. Das Projekt Petra wird nicht fortgeführt und Chris Lohner bleibt den ÖBB in Bahnhöfen und Zügen erhalten, bestätigte auch ein ÖBB-Sprecher.




Schlagwörter

ÖBB, chris lohner

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Dokument erstellt am 2011-08-04 14:47:02


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