• vom 23.10.2011, 16:05 Uhr

Chronik

Update: 24.10.2011, 12:31 Uhr

7,3 auf der Richter-Skala

Zahlreiche Tote nach Erdbeben in der Türkei




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  • Weitere Nachbeben zu erwarten.
  • Ganze Straßenzüge liegen in Trümmern.

Helfer suchen in Van in den Trümmern eines Wohnhauses nach Überlebenden. - © APAweb / Anadolu Ageny / Abdurrahman Antakyali

Helfer suchen in Van in den Trümmern eines Wohnhauses nach Überlebenden. © APAweb / Anadolu Ageny / Abdurrahman Antakyali

Tote und Verletzte unter Trümmern, Panik auf den Straßen: Bei einem schweren Erdbeben sind am Sonntag im Osten der Türkei dutzende Wohn- und Geschäftshäuser eingestürzt. Die Istanbuler Erdbebenwarte Kandilli erwartete mehr als 1.000 Todesopfer nach dem Beben der Stärke 7,2. Montag wurden 264 Tote und mehr als 1000 Verletzte gemeldet.


Das Zentrum des Bebens lag in der östlichen Provinz Van, wie Experten des Institutes im Fernsehen berichteten. Die US-Erdbebenwarte USGS nannte eine Stärke von 7,3, ebenso die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodyamik in Wien. Am Abend folgten noch Nachbeben mit Stärken bis zu 6,1.

Das Hauptbeben ereignete sich um 12.41 MESZ. Das Epizentrum lag rund 19 Kilometer östlich der Stadt Van in einer Tiefe von 7,2 Kilometern. Türkische TV-Sender zeigten Bilder von Menschen, die in Panik auf die Straßen rannten und von eingestürzten, mehrstöckigen Gebäuden. Zwischen Schuttbergen und den auf den Straßen verteilten Trümmern hockten Verletzte. Auf Bildern von Überwachungskameras waren Bürogebäude zu sehen, in denen Möbel übereinander stürzten.
 

Erdbeben erschüttert die Türkei
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StepMap Erdbeben erschüttert die Türkei

 

Das Zentrum des Bebens lag unter dem Dorf Tabanli in der Provinz Van. Die schwersten Schäden gab es in der Stadt Ercis, wo nach Regierungsangaben bis zu 30 Gebäude einstürzten. In der Stadt Van selbst hielten etwa zehn Gebäude der Gewalt des Bebens nicht stand. So stürzte auch ein siebenstöckiges Haus ein.

Rettungskräfte gruben am Sonntag mit Schaufeln und Händen nach Überlebenden. Am Montag wurden in das Katastrophengebiet in der Provinz Van nach Regierungsangaben mehr als 1.200 Helfer geschickt. Auch Einheiten der Armee sind im Einsatz. In Ercis, der am stärksten betroffenen Stadt, seien zwei provisorische Krankenhäuser aus Zelten errichtet worden, berichteten türkische Medien.

Die Türkei wird immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht. In der Provinz Van gab es 1976 ein Erdbeben mit fast 4000 Toten. Das Land lebt in ständiger Angst vor neuen Erdstößen durch die Reibung tektonischer Platten in der Erdkruste. Rund 92 Prozent des 780.000 Quadratkilometer großen Landes liegen auf Erdbebengürteln. Etwa 95 Prozent der Türken leben auf unsicherem Grund, auf dem auch 98 Prozent der Industrieanlagen sowie die wichtigsten Staudämme und Kraftwerke stehen. Fast die Hälfte dieser Staudämme wurde in besonders gefährdeten Gebieten gebaut.



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Dokument erstellt am 2011-10-23 16:06:15
Letzte Änderung am 2011-10-24 12:31:59


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