• vom 11.06.2012, 17:27 Uhr

Chronik

Update: 11.06.2012, 19:16 Uhr

Pfarrerinitiative

Die Alliierten des Pfarrers




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Von Christoph Rella

  • Initiativen in USA, Irland, Deutschland und Niederlanden
  • Helmut Schüllers "Pfarrerinitiative" setzt auf ausländische Unterstützung.

Schüller kann weltweit auf 2300 Sympathisanten zählen.

Schüller kann weltweit auf 2300 Sympathisanten zählen.© EPA Schüller kann weltweit auf 2300 Sympathisanten zählen.© EPA

Wien. In den USA ist Hans Bensdorp, Vorstandsmitglied der romkritischen "Pfarrerinitiative" von Ex-Generalvikar Helmut Schüller, bereits so etwas wie ein Star. Zumindest für jene 610 katholischen Priester, die sich im Vorjahr nach österreichischem Vorbild zur "Association of US Catholic Priests" - der US-Version der Pfarrerinitiative - zusammengeschlossen und Bensdorp nun zu ihrer ersten Jahresversammlung, die seit Montag in der Stadt Tampa in Florida tagt, eingeladen hatten. Die Fragen, die der Österreicher dort mit den reformorientierten US-Klerikern erörtert, sind nicht neu: Es geht um Priestermangel, Zölibat, Liturgie und Sexualmoral.


Dabei sind die US-Amerikaner nicht die Einzigen, die seit geraumer Zeit im Windschatten Helmut Schüllers versuchen, Kirchenpolitik zu machen. So haben sich zuletzt auch in Irland, Deutschland, Frankreich, in der Slowakei sowie in den Niederlanden kritische Initiativen unzufriedener Geistlicher gebildet, die den "Aufruf zum Ungehorsam" aus Österreich mittragen und unterstützen. Allerdings ist die Zahl der Schüller-Fans unter den katholischen Priestern in Relation zum aktuellen Personalstand des Weltklerus noch gering. Wie Recherchen der "Wiener Zeitung" ergeben haben, zählen etwa die Pfarrerinitiativen in Deutschland und in der Slowakei lediglich 36 bzw. 65 geistliche Mitglieder. In Frankreich wollten gar nur 17 Priester Schüllers "Appel à la desobeissance" mittragen, in England sind es sieben Pfarrer. Eine Ausnahme bildet die "Association of Catholic Priests" in Irland: Ihr gehört mit 900 Mitgliedern rund ein Viertel des Klerus an. Derzeit halten alle Pfarrerinitiativen weltweit bei etwas mehr als 2300 Sympathisanten - bei einer Gesamtzahl von 400.000 Priestern.

Ohne Bischöfe geht nichts
Was aber nicht heißt, dass die Reformer auf verlorenem Posten stehen, wie der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner meint: "Die Initiative ist noch jung und schwer einzuschätzen." Zudem sei nicht die Zahl der deklarierten Mitglieder, sondern die Stimmung in der Bevölkerung für einen möglichen Erfolg ausschlaggebend. Demnach würden allein in Österreich Studien zufolge drei Viertel der Menschen den Kurs Schüllers positiv sehen, betont Zulehner und fügt hinzu: "Damit es zu Veränderungen kommt, müssten aber die Bischöfe mitspielen, damit aus der Pfarrerinitiative eine Bischofsinitiative wird."




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Dokument erstellt am 2012-06-11 17:32:11
Letzte Änderung am 2012-06-11 19:16:33


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