• vom 09.08.2012, 12:12 Uhr

Chronik

Update: 09.08.2012, 12:32 Uhr

Einsatzorganisationen

Rettungsgasse in der Kritik




  • Artikel
  • Kommentare (4)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Zweifel an Nutzen steigt, Einsatzkräfte verteidigen Regelung
  • Medienbericht entfacht neue Debatte.

Wien. Die Rettungsgasse - Heil oder Segen? Eine neu aufgeflammte Diskussion stellt Nutzen und Sinnhaftigkeit der Regelung im Straßenverkehr in Frage. Wie der "Kurier" berichtet, häufen sich Meldungen über Probleme bei der Einhaltung der Rettungsgasse durch die Autofahrer. Und auch auf Seiten der Einsatzkräfte werden Stimmen laut, die die Nützlichkeit der Gasse in Frage stellen. Auf offizieller Seite will man davon aber nichts wissen: die größten österreichischen Organisationen erklärten praktisch unisono, dass die seit Anfang des Jahres geltende Regelung ohne Alternative sei.

Im "Kurier" berichtete ein Mitglied der Wiener Verkehrspolizei, dass die Rettungsgasse trotz zahlreicher Strafen offenbar immer noch nicht in Österreich angekommen ist. "Wir strafen derzeit sehr viel, aber die Rettungsgasse funktioniert noch immer wenig bis gar nicht", wird Oberst Josef Binder zitiert.

Kritische Worte sind auch aus Teilen der Einsatzkräfte zu vernehmen. So wird vereinzelt gar gemutmaßt, dass sich Einsatzfahrten durch die Rettungsgasse regelrecht ausgebremst wurden.

Offizielle Dementi
Rot-Kreuz-Sprecher Andreas Zenker (Wien, Niederösterreich) sieht das anders: "Wir stehen der Rettungsgasse nach wie vor sehr positiv gegenüber. Es gibt keine Alternative. Die Sache mit dem Pannenstreifen ist vorbei. Zum Teil sind sie sehr schmal, auch gar nicht immer vorhanden. Außerdem war die Benutzung des Pannenstreifens (durch Einsatzfahrzeuge, Anm.) auch unfallbelastet. Auf drei oder vier Kilometern ging dann halt oft eine rechte Autotür auf."

Man müsse, so Zenker, Geduld haben: "Wir haben auch immer gesagt, dass die Umsetzung nicht so schnell gehen wird. Da muss die Verhaltensweise einer ganzen 'Autofahrerwelt' verändert werden." Erst bis eine "kritische Masse" der Verkehrsteilnehmer ausgebildet sei und das Wissen auch umgesetzt werde, würde sich das richtige Verhalten endgültig etablieren. Der RK-Sprecher: "In ländlichen Gebieten ist das natürlich einfacher als auf Stadtautobahnen oder im Bereich von Baustellen."

"Wichtige Maßnahme"
Ganz ähnlich auch Karola Foltyn-Binder vom Arbeiter-Samariter-Bund Österreich: "Wir stehen voll hinter der Rettungsgasse. Wir haben da ein sehr positives Bild und halten das für eine sehr wichtige Maßnahme. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht." Etwaige Adaptierungen könne man sich nach einer längeren Zeit der Umsetzung durchaus überlegen.

"Es hat sich nichts geändert. Am 15. Juni gab es eine Sitzung des Lenkungsausschusses beim Verkehrsministerium, in der sich alle Organisationen sehr positiv ausgesprochen haben", sagte ASFINAG-Sprecher Christoph Pollinger. Er verwies auch auf sehr gute Umfragedaten: "Die Österreicherwissen, wann und wie die Rettungsgasse zu bilden ist. Eindrucksvolle 91 Prozent der Autofahrer sagten laut einer IFES-Studie 'Ja' zu dem neuen Gesetz."

Beim Kuratorium für Verkehrssicherheit äußerte sich ein Sprecher ganz ähnlich: "Wir haben von Anfang an gesagt, dass das natürlich Zeit braucht. Man muss die Evaluierungsphase abwarten. Die ist im Laufen." Alle Befragten wiesen auch darauf hin, dass es immer auch negative Einzelerfahrungen geben werden.




4 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-08-09 12:21:21
Letzte Änderung am 2012-08-09 12:32:40


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. 100-Prozent-Zuschlag ab elfter Stunde
  2. Künftig keine privaten Securities mehr
  3. Liste Pilz heißt nun"Jetzt"
  4. Hurra, wir leben noch
  5. Bures fordert "restlose Aufklärung"
Meistkommentiert
  1. Namenspflicht gegen Hass im Netz
  2. "Die Zeichen stehen auf Sturm"
  3. Verdacht auf Spionage
  4. "Großteil der Fälle ist Verhetzung"
  5. Regierung will "digitales Vermummungsverbot"

Werbung




Werbung