• vom 09.08.2012, 17:18 Uhr

Chronik

Update: 09.08.2012, 20:02 Uhr

GfK

Von Schneeketten und Endlasern




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  • Wörter aus der Jugendsprache sind für Großteil der Bevölkerung unverständlich.

Wien. (apa/spn) Zur "Goldenen Möwe" geht die Jugend gerne essen, wohl wegen der "urkeksi" Bedienung. Wenn sie jemand "anweint", sie sollen sich die Haare schneiden, finden sie das zum "Abschnitzeln" - macht sich aber jemand über ihre "Schneekettn" lustig, gehen sie "enrage", denn das ist gar nicht "endlaser". Alles klar? Falls nicht: Der Kasten rechts unten schafft Abhilfe.

Mit Jugendwörtern in Österreich beschäftigte sich eine Onlinestudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dem Großteil der Befragten, ganzen 62 Prozent, waren diese Wörter allerdings vollkommen fremd. Für die Umfrage wurden zwei Wochen lang insgesamt 2000 Österreicher ab 15 Jahren online befragt.

Information

abschnitzeln: Wer sich "abschnitzelt", freut sich gerade. Ur.
anweinen: "Anweinen" bedeutet nicht, die Schulter von jemandem mit Tränen zu benetzen, sondern ihn um etwas zu bitten.
endlaser: Hat anscheinend "urcool" abgelöst. Beeinflussung durch die Elektro-Band "Laserkraft 3D" mit dem unter Jugendlichen sehr verbreiteten Lied "Nein Mann" ist anzunehmen.
enrage: Auch wenn es so aussieht, ist dieses Wort nicht französischen, sondern englischen Ursprungs. Wer "enrage" geht, wird wütend.
Goldene Möwe: Wer weiß, wie kleine Kinder Vögel zeichnen, ist der Bedeutung schon auf der Spur: Gemeint ist die Fastfood-Kette McDonald’s mit dem typischen gelben M-Logo.
urkeksi: Bedeutet nett oder toll, eine Verwendung ohne das typisch wienerische Verstärkungs-"ur" ist allerdings nicht bekannt.


21 Prozent der Studienteilnehmer haben bei Jugendlichen den Ausdruck "Schneekettn" schon einmal gehört, 16 Prozent das Wort "anweinen". Weiter unten auf der Bekanntheitsskala stehen Ausdrücke wie "urkeksi", "abschnitzeln" und "endlaser". "Enrage" ist mit nur drei Prozent schon fast gar nicht mehr bekannt, mit der "Goldenen Möwe" kann überhaupt nur ein Prozent der Befragten etwas anfangen.

"Anhand dieser Wortbeispiele lässt sich sehr gut erkennen, wie wandelbar und lebendig Sprache sein kann, auch wenn man nicht sofort versteht, was überhaupt gemeint ist", sagt GfK-Sozialforscherin Ulrike Lavrencic. Für die Studie wurde das "Wörterbuch der Jugendsprache 2011/12" herangezogen und sieben Wörter wurden zufällig ausgewählt.

Bei der Umfrage zeigten sich die Jugendlichen noch am vertrautesten mit den Modewörtern, aber selbst das geläufigste - "Schneekettn" - kannten aus der Gruppe bis 19 Jahre nur 44 Prozent. Bei den Über-40-Jährigen hatte nicht einmal ein Fünftel von dem Wort gehört. Interessant ist, dass "anweinen" nur 18 Prozent der Jugendlichen, aber 22 Prozent der Gruppe 60-plus kennen wollten. Allerdings glaubten die Senioren an einen Wortsinn wie "jammern", während das Wort in Wahrheit "bitten" bedeutet.




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Dokument erstellt am 2012-08-09 17:23:02
Letzte Änderung am 2012-08-09 20:02:40


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