• vom 18.05.2013, 12:27 Uhr

Chronik

Update: 18.05.2013, 15:52 Uhr

Gesundheit

Meldepflicht für das Coronavirus




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  • Gefährlicher Virenstamm
  • 41 Fälle weltweit, die Hälfte der Erkrankten starb.

Wien. Es gehört zur Gruppe der RNA-Viren, die hinter Erkältungen stecken. Auch die Symptome, die vom Coronavirus ausgelöst werden, erinnern manchmal an Grippe: Husten, Kopfschmerzen und Fieber. Doch die Krankheit ist für Menschen extrem gefährlich. In Österreich soll nun eine Meldepflicht  eingeführt werden.

Die letzten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind alarmierend: Seit April vergangenen Jahres gab es zwar nur 40 Fälle, die Letalität betrug allerdings rund 50 Prozent. Kaum waren die Zahlen bekanntgegeben, wurde ein weiterer Fall publik: Im Osten Saudi-Arabien infizierte sich ein weiterer Mensch mit dem neuartigen Virus. Die Zahl der Erkrankten in Saudi-Arabien stieg damit seit September auf 31, von ihnen starben 15 Menschen.


Saudi-Arabien am stärksten betroffen
Saudi-Arabien ist am stärksten vom Coronavirus betroffen, das außerdem in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Jordanien gemeldet wurde. Nach Angaben der WHO haben sich in Saudi-Arabien erstmals auch zwei Krankenhausmitarbeiter bei Patienten angesteckt. In Deutschland starb Mitte März in München ein Mann an dem Virus. Der 73-Jährige war zur Behandlung aus Abu Dhabi nach Deutschland gebracht worden.

In Österreich ist am Freitag eine Verordnung des Gesundheitsministeriums in Begutachtung gegangen, welche die Meldepflicht von Verdachtsmomenten, Erkrankungen und Todesfällen durch diese Viren vorsieht.

Sofortmaßnahmen im Ernstfall
"Das dient vor allem dazu, in einem Anlassfall sofort schnelle Maßnahmen ergreifen zu können", erklärte Pamela Rendi-Wagner, Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, gegenüber der APA. "Es gibt eine Zunahme der Fälle seit Anfang 2013, vor allem in den vergangenen drei Monaten. Zwar gibt es keine Empfehlungen der WHO für Reisebeschränkungen für die arabische Halbinsel (Saudiarabien und angrenzende Staaten, Anm.), aber es handelt sich doch um ein internationales Gefährdungspotenzial. Nicht ausgeschlossen ist, dass eine solche Infektion auch nach Österreich ‚exportiert‘ wird", sagt die Expertin.

International wird das Virus seit Donnerstag nicht mehr "neues" Coronavirus (nCoV), sondern MERS-CoV (Middle East respiratory syndrome Corona Virus) genannt. Das bezeichnet die Herkunft näher und vermeidet den Begriff "neu", denn solche Viren wird es laut Experten auch in Zukunft immer wieder geben.

Männer werden häufiger krank
Männer sind laut Pamela Rendi-Wagner stärker betroffen als Frauen: "Die Gründe dafür sind unklar. Es gibt auch Fälle von Übertragungen im Krankenhausbereich. Die Patienten hatten zumeist auch noch eine Immunschwäche aus anderen Gründen."

Außergewöhnlich ist auch, dass die Herkunft des nCo-Virus und der Infektionsverlauf auch noch nach einem Jahr nicht geklärt werden konnte. Die Expertin: "Coronaviren verursachen Zoonosen. Sie stammen aus dem Tierreich. Für andere Coronaviren (z.B. die Sars-Erreger, Anm.) gibt es ein Reservoir bei Vögeln und Fledermäusen." Aber bei MERS-CoV weiß man noch überhaupt nicht, in welchen Tierarten die Erreger überleben, um schließlich auf den Menschen "überzuspringen" und dort dann Infektionsketten auszulösen.




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Dokument erstellt am 2013-05-18 12:27:33
Letzte Änderung am 2013-05-18 15:52:46


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