• vom 18.01.2014, 13:56 Uhr

Chronik


Kupferdiebe

Aufrüsten gegen Kupferdiebe




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Von Petra Tempfer

  • Kupferdiebstahl verursacht einen Schaden von acht Millionen Euro jährlich
  • Schrotthändler installieren Alarmanlagen, ÖBB bauen auf Taskforce.

Was haben Dächer, Friedhofsvasen und Gleisanlagen gemeinsam? Sie können Kupfer enthalten - und sind begehrtes Diebesgut. - © fotolia/dedi, piotrszczepanek, Frank Täubel

Was haben Dächer, Friedhofsvasen und Gleisanlagen gemeinsam? Sie können Kupfer enthalten - und sind begehrtes Diebesgut. © fotolia/dedi, piotrszczepanek, Frank Täubel

Wien. Dächer, Pflanzenschalen, Gleisanlagen, Schrottplätze: Sie alle können Kupfer enthalten - und sind bei Dieben heiß begehrt. Meldungen über Kupferdiebstähle kursieren in regelmäßigen Abständen, erst in der Vorwoche legten Diebe weite Abschnitte der Westbahnstrecke lahm und sorgten damit für eine Unterbrechung des Nah- und Regionalverkehrs.


Der durch Kupferdiebstahl entstehende Schaden liegt laut Innenministerium bei acht Millionen Euro jährlich, weniger als ein Viertel der Fälle wird aufgeklärt. 2,2 Millionen dieser Summe entfallen auf die ÖBB - 2009 waren es noch 200.000 Euro. Rechnet man die Folgekosten durch ausgefallene Züge, Personalaufwand und Fahrgast-Entschädigungen dazu, ist der Schaden laut ÖBB ein Vielfaches. Das Fatale daran: Nur Diebstahl im großen Stil ist lukrativ, für ein Kilogramm gestohlenes Kupfer bekommt man derzeit etwa 5,30 Euro. Da es zumeist in einer Legierung verarbeitet ist, muss diese vor dem Verkauf durch einen Schmelzvorgang getrennt werden.



Sekundärrohstoff- und Altwarenhändler wollen nicht länger tatenlos zusehen. Wo Kupfer lagert - es ist das teuerste Buntmetall -,sollen nun flächendeckend Alarmanlagen und Kameras installiert sowie Stacheldrahtzäune montiert werden. "Einige Händler haben bereits aufgerüstet", sagt Walter Hochleitner, Vize-Obmann des Bundesgremiums des Sekundärrohstoff- und Altwarenhandels in der Wirtschaftskammer.

Die meisten Diebstähle
im Osten Österreichs
Vor allem im Osten Österreichs sei man wachsam. Mehr als ein Drittel der Diebstähle wird in Wien verübt, gut ein Viertel in Niederösterreich und der Rest in der Steiermark, Tirol und Oberösterreich. Der Großteil der Diebe ist laut Hochleitner ungarischer, rumänischer, slowakischer oder tschechischer Herkunft.

"Am schlimmsten war es kurz vor Weihnachten", sagt Hochleitner zur "Wiener Zeitung", "vielleicht, weil da die meisten Geld brauchen." Die eingerichtete Hotline, über die jeder Überfall gemeldet werden soll, lief heiß. Die Polizei, mit der die österreichweit rund 800 Altmetallhändler eng zusammenarbeiten, will daraus einen Tatraster erstellen, um gezielt gegen die Diebe vorgehen zu können.

Obwohl laut Hochleitner nur etwa fünf Prozent des gestohlenen Kupfers in Österreich verkauft werden ("Das meiste geht in Kleintransportern über die Grenze"), haben sich die Altwarenhändler auf eine Ausweispflicht geeinigt. "Es geht um die absolute Identifizierung der Lieferanten: Jeder muss sich ausweisen, und die Autonummer wird notiert."

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Dokument erstellt am 2014-01-17 16:17:05
Letzte Änderung am 2014-01-18 10:00:07


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