• vom 21.06.2015, 14:02 Uhr

Chronik

Update: 21.06.2015, 14:06 Uhr

Nach Amokfahrt

Psychologe geht von geplanter Tat aus




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Von WZOnline/APA

  • Drei Opfer in kritischem Zustand, Täter wird befragt.
  • Innenministerin Mikl-Leitner in Graz: "Innenstadt ist wie offene Wunde"

Graz. Von den 34 Personen, die bei der Amokfahrt eines 26-Jährigen am Samstag in Graz verletzt worden sind, sind am Sonntag noch drei Erwachsene in kritischem Zustand gewesen. Geplant war die Befragung des Täters, die am Vortag wegen seiner psychischen Verfassung nicht möglich war. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sagte bei einem Besuch der Tatorte: "Die Innenstadt ist wie eine offene Wunde".

Zwei Kinder waren am Sonntagvormittag nach wie vor im LKH auf der Intensivstation, ihr Zustand sei aber stabil, hieß es seitens des Spitals. Der Großteil der Verletzten wurden ins Grazer LKH oder UKH gebracht, einige wurden im LKH West und im Krankenhaus der Elisabethinen versorgt, zwei Patienten wurden nach Klagenfurt und einer nach Oberwart im Burgenland geflogen.


Spitäler gaben Auskunft

Im Grazer Unfallkrankenhaus waren unter den aufgenommenen Verletzten neun Schwerverletzte, von denen zwei schwere Mehrfachverletzungen aufwiesen und sofort operiert werden mussten. Am Sonntag wurden alle Patienten als stabil bezeichnet.

Innenministerin Mikl-Leitner hat am Tag nach der Amokfahrt die Tatorte in der Innenstadt besucht. Die sichtlich bewegte Ministerin verharrte in Begleitung der steirischen und Grazer Polizeispitzen vor der Stadtpfarrkirche und der Bank in der Herrengasse, wo ein Kind und ein Frau ihr Leben verloren hatten, und legte zwei weiße Rosen nieder. Dann sprach die Ministerin mit Augenzeugen und einem Arzt, der wie viele andere in der Innenstadt unmittelbar nach der Amokfahrt den Opfern Erste Hilfe geleistet hatte.

Der mutmaßliche Täter, dessen Amokfahrt drei Tote und 34 Verletzte gefordert hatte, soll am Sonntagnachmittag erneut zu befragen versucht werden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Kroschl, auf APA-Anfrage. Nachdem der Festnahme des Amokfahrers - der Mann war entgegen Berichten vom Samstag nicht freiwillig in die Polizeiinspektion Schmiedgasse marschiert - war er ins Polizeianhaltezentrum gebracht und untersucht worden. Der Mann konnte allerdings nicht einmal der behandelnden Ärztin einige Fragen beantworten, eine Einvernahme durch die Polizei war überhaupt unmöglich. Der 26-Jährige soll aber im Laufe des Tages auf jeden Fall in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert werden.

Bei der Amokfahrt in Graz geht der Innsbrucker klinische Psychologe Salvatore Giacomuzzi von einer geplanten Tat aus. "Alleine die Tatsache, dass der Mann gezielt auf Passanten zuraste, sie verfolgte und immer wieder Menschen überfuhr, deutet darauf hin", sagte er am Sonntag.

Aufregung herrschte am Wochenende auf diversen Social Media-Kanälen wegen eines - mittlerweile geänderten - Facebook-Postings von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Ihm wird von zahlreichen Usern vorgeworfen, die Amokfahrt mit drei Toten und dutzenden Verletzten für politische Zwecke zu missbrauchen.

Arnold Schwarzenegger zeigt sich entsetzt

Der Schauspieler Arnold Schwarzenegger hat sich über die Amokfahrt eines 26-Jährigen am Samstag in seiner österreichischen Heimat entsetzt gezeigt. "Was gestern in Graz passiert ist, ist unsäglich traurig, weil Menschen ihr Leben verloren haben oder verletzt wurden", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

  "Wir müssen alle zusammenarbeiten, um psychische Krankheiten besser zu erkennen. Ich denke, eine solche Tat kann niemand begehen, der gesund ist", sagte Schwarzenegger. Diese Probleme zu lösen, sei keine politische Aufgabe, betonte er: "Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen." Dies gelte für die USA wie für den Rest der Welt, meinte der 67-Jährige: "Wir müssen zusammenarbeiten, um unnötige Gewalt zu reduzieren, egal ob es sich um Schießereien handelt oder um Tötungen von Menschen mit einem Auto oder einem Messer."




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Dokument erstellt am 2015-06-21 14:03:19
Letzte Änderung am 2015-06-21 14:06:55


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