• vom 27.08.2015, 12:35 Uhr

Chronik

Update: 08.10.2015, 16:35 Uhr

Burgenland

Flüchtlingsdrama schockiert Europa




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Von WZOnline/APA, red

  • Zwischen 30 und 50 Menschen starben in Schleppertransporter auf der Ostautobahn.
  • Leichen werden über Nacht geborgen und in die Gerichtsmedizin gebracht.

Eisenstadt/Wien/Berlin. In einem auf der Ostautobahn (A4) im Burgenland abgestellten Lkw stieß die Polizei am Donnerstag auf zahlreiche Leichen. Es dürfte sich um 20 bis 50 Opfer handeln. Bundeskanzler Werner Faymann zeigte sich erschüttert, der deutsche Innenminister Thomas de Maizière will bei der Suche nach den Tätern helfen.

Von einem finsteren, kriminellen, schockierenden Akt, ausgeführt von gewissenlosen Menschenschmugglern, sprachen EU-Vizekommmissionspräsident Frans Timmermans und der Migrations-Kommissar Dimitris Avramopoulos in einer Aussendung: "Kanzler Faymann hat recht, wenn er sagt, dass wir so nicht weitermachen können." Das sei keine österreichische Krise, sondern eine europäische. In Aussicht gestellt wurde eine verstärkte Präsenz auf dem Meer, eine bessere Kooperation mit den betroffenen Staaten, eine Bekämpfung der Schmuggler-Netzwerke und einheitliche Asyl-Regeln für die gesamte EU.


Die beiden Kommissionsmitglieder appellierten an alle 28 EU-Mitgliedstaaten, die Kommissionsvorschläge zur Bewältigung der Flüchtlingskrise rasch umzusetzen - auch an jene, "die bisher gezögert haben".

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier will den Druck auf andere EU-Länder zur Aufnahme von Asylbewerbern erhöhen. "Es wird auf Dauer nicht gehen, dass Deutschland 47 Prozent der ankommenden Flüchtlinge im eigenen Land beheimatet", sagte Steinmeier am Donnerstagabend dem ZDF-"heute-journal".

Opfer seit zwei Tagen tot

Man gehe von mindestens 20 oder auch 40 bis 50 Toten aus, sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil. Den Ermittlern zufolge ist es möglich, dass die Menschen in dem Lkw bereits seit eineinhalb bis zwei Tagen tot gewesen sind. Nach dem Fahrer wird gesucht, die Ermittlungen laufen.

Das Fahrzeug wurde den Polizei-Angaben zufolge bereits gestern in einer Pannenbucht zwischen Neusiedl und Parndorf abgestellt. Die Toten wurden in einem großen 7,5 Tonnen-LKW gefunden. Beim Eintreffen der Polizei trat bereits Verwesungsflüssigkeit aus der Ladefläche, berichtete Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil. "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Angaben machen, wie der Tod eingetreten ist." Ein Krisenstab wurde eingerichtet.

Entdeckt wurde der Lkw von einem Mitarbeiter der Asfinag. Dieser war an der A4 mit Mäharbeiten beschäftigt, als er auf das Fahrzeug aufmerksam wurde. "Ihm ist aufgefallen, dass es dort raustropft", sagte ein Sprecher der Asfinag der APA. Der Mitarbeiter habe "richtig und schnell reagiert und die Polizei informiert". Die Asfinag sperrte im betroffenen Bereich eine Fahrspur.

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Dokument erstellt am 2015-08-27 12:36:27
Letzte Änderung am 2015-10-08 16:35:26


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