• vom 22.05.2016, 08:35 Uhr

Chronik

Update: 22.05.2016, 13:29 Uhr

Vorarlberg

Drei Tote bei Schießerei auf Konzert




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Von WZ Online, APA

  • Ein 27-Jähriger tötete zwei Menschen und richtete sich anschließend selbst.

Nenzing. Ein 27-jähriger Vorarlberger ist Sonntag früh bei einem Konzert in Nenzing (Bez. Bludenz) Amok gelaufen. Offenbar nach einem Beziehungsstreit feuerte er mit einer Langwaffe ziellos auf die rund 150 Besucher des Festivals. Laut Aussagen des Nenzinger Bürgermeisters Florian Kasseroler (FPÖ) soll der Täter "zwischen 30 und 40 Schüssen" abgegeben haben.

Zwei Personen wurden dabei getötet, elf weitere erlitten Schussverletzungen. Anschließend lief der 27-Jährige auf einen Parkplatz und brachte sich um, teilte die Polizei mit.

Der Täter geriet gegen 3.00 Uhr auf dem Parkplatz des Konzertgeländes in einen heftigen Streit mit einer Frau. Als die Auseinandersetzung eskalierte, holte der Mann aus seinem Fahrzeug eine Langwaffe, begab sich auf das Konzertgelände und eröffnete das Feuer. Nach Angaben von Polizei-Sprecherin Susanne Dilp gegenüber der APA hielten sich zur Tatzeit etwa 150 Besucher beim Festival auf.

Massenpanik ausgebrochen

Nach den Schüssen des 27-jährigen Mannes auf die Konzertbesucher ist eine Massenpanik ausgebrochen. Viele der Festgäste seien in angrenzende Wiesen und Wälder und sogar auf die Autobahn geflohen, schilderte  Kasseroler die dramatischen Ereignisse aus der Tatnacht.

Das Konzert wurde von einem Motorradklub organisiert, das Publikum beschränkte sich aber nicht nur auf Motorradfans.

Unklar, ob für Verletzte Lebensgefahr besteht

In weiterer Folge lief der 27-Jährige auf den Parkplatz zurück. Dort setzte er seinem Leben mit der Schusswaffe ein Ende. Ob der Mann einen Waffenschein besaß, war zunächst noch Gegenstand der Ermittlungen.

Ersthelfer begannen am Tatort sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, dennoch kam für zwei der Konzertbesucher jede Hilfe zu spät. Bei den zwei Getöten handelte sich nach Angaben der Polizei um zwei Männer im Alter von 48 und 33 Jahren, die aus der Region stammten.

Die elf verletzten Personen im Alter zwischen 25 und 53 Jahren waren laut Exekutive zum Großteil aus Vorarlberg. Aber auch eine 49-jährige Frau aus der Schweiz sowie ein 44-jähriger Mann aus Liechtenstein befanden sich darunter. Zwei der Verletzten konnten das Krankenhaus bereits verlassen. Eine Person schwebte am Sonntagnachmittag noch in Lebensgefahr. Die Verletzten hatten sowohl Steckschüsse als auch Durchschüsse erlitten.

Eine umfangreiche Information der Öffentlichkeit soll morgen, Montag, im Rahmen einer Pressekonferenz um 14.00 Uhr erfolgen. 

"Möglichst großes Zeichen setzen"

Auch wenn es zu früh ist, über eindeutige Motive für den Amoklauf eines 27-Jährigen bei einem Konzert Nenzing in Vorarlberg zu spekulieren, wollte der Mann mit seiner Tat wohl "ein möglichst großes Zeichen setzen". Amokläufern gehe es bei ihren Gewaltdelikten "um alles", sagte Psychologe Cornel Binder-Krieglstein zur APA. Der eigene Selbstmord wird dabei oft miteingeplant.

"Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Täter handelt im Affekt gehandelt oder die Tat war geplant", sagte Binder-Krieglstein. Besonders Aufsehen erregende Amokläufe wie etwa bei der Premiere eines "Batman"-Films, bei der ein 24-Jähriger in einem Kino der Stadt Aurora bei Denver (Colorado) zwölf Menschen getötet hat, haben oft eine lange Vorgeschichte. Hier können auch psychische Erkrankungen eine Rolle spielen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-05-22 08:39:28
Letzte Änderung am 2016-05-22 13:29:07


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