• vom 04.07.2016, 08:09 Uhr

Chronik


Donausschifffahrt

Die "MS Austria" fährt wieder




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Mathias Ziegler

  • Zwei Wochen lang war das Ausflugsschiff in der Reparatur, jetzt ist es wieder in der Wachau unterwegs.

Die "MS Austria" bei Dürnstein - nach zwei Wochen Reparatur in der Werft kann sie endlich wieder durch die Wachau fahren.

Die "MS Austria" bei Dürnstein - nach zwei Wochen Reparatur in der Werft kann sie endlich wieder durch die Wachau fahren.© Brandner Schifffahrt Die "MS Austria" bei Dürnstein - nach zwei Wochen Reparatur in der Werft kann sie endlich wieder durch die Wachau fahren.© Brandner Schifffahrt

Ausgerechnet der letzte verbliebene Dampfer auf der österreichischen Donau hatte am 18. Juni die "MS Austria" der Firma Brandner außer Gefecht gesetzt, nach zwei Wochen Reparatur kann sie nun ihre täglichen Fahrten wieder aufnehmen. Trotzdem ist die Freude zum 20-jährigen Jubiläum der Brandner-Personenschifffahrt auf der Donau durch den mehrwöchigen Ausfall getrübt.

Als während der traditionellen Sonnwendfahrt in der Wachau die beteiligten Schiffe bei Dürnstein alle bereits ihre Positionen zum Finale mit Feuerwerk eingenommen hatten, stellte sich die "MS Schönbrunn" (Baujahr 1912) plötzlich quer und rammte die "MS Austria", deren Kapitän durch ein Ausweichmanöver gerade noch das Schlimmste verhindern konnte, sodass zwar das Schiff selbst schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, Personen aber nicht zu Schaden kamen.

"Ihrem Beinamen 'Die Königin der Wachau' ist die 'MS Austria' einmal mehr gerecht geworden", sagt dazu Brandner-Geschäftsführerin Barbara Brandner-Mosser und bezieht sich auf die robuste Bauart und die großzügige Knautschzone des 1970 gebauten Schiffes. Allerdings bedeutet die Kollision, deren Auslöser eine gebrochene Antriebswelle der "MS Schönbrunn" gewesen sein könnte, für die Unternehmerin einen beträchtlichen finanziellen Schaden. "Die 'MS Austria' ist normalerweise um diese Zeit täglich in der Wachau unterwegs." Stattdessen musste das stolze Schiff nun zwei Wochen lang in der Werft Linz repariert werden, während die "MS Schönbrunn" offenbar schadlos davongekommen ist. Was Brandner-Mosser besonders sauer aufstößt: "Die 'Schönbrunn' hat bereits eine Woche nach dem Vorfall bei der Wachauer Sonnenwende mit demselben Kapitän in noch laufenden Ermittlungen über den Unfallhergang erneut an einer Sonnwendfahrt – nämlich im Nibelungengau – teilgenommen."

Nun aber ist die "MS Austria" wieder im Einsatz, nachdem das zweite Schiff von Brandner, die "MS Austria Princess", die Wachau-Fahrten übernommen hatte. Mit den beiden Schiffen betreibt Brandner seit 1996 Personenschifffahrt auf der Donau - obwohl das Unternehmen auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurückblickt. "Bis zum Jahr 1995 war es aber keinem privaten Schifffahrtsunternehmen möglich, auf der österreichischen Donau Personenschifffahrt zu betreiben, da jegliches Bestreben in diese Richtung durch die 'Bedarfsprüfung' der DDSG abgeschmettert wurde", berichtet Brandner-Mosser. Erst der Konkurs der alten DDSG - die kurz darauf zu einem Teil mit der neuen DDSG Blue Danube wieder auflebte, sorgte für eine Marktöffnung und ermöglichte auch Brandner den Eintritt in die Personenschifffahrt auf der Donau, die in der Folge insgesamt eine neue Qualität und Dynamik erfahren hat.





1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-07-03 15:11:58
Letzte Änderung am 2016-07-03 22:40:02


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Angst vor Weihnachten
  2. Immer noch schärfer
  3. Gurker Domkapitel erhebt schwere Vorwürfe
  4. Wien beendet Verfahren zu Doppelstaatsbürgerschaften
  5. Juristen sehen "Anwesenheitspflicht" für Asylwerber skeptisch
Meistkommentiert
  1. Köstinger bremst Hofer ein
  2. Anordnung für Drasenhofen direkt von Waldhäusl
  3. Juristen sehen "Anwesenheitspflicht" für Asylwerber skeptisch
  4. FPÖ klagt Republik
  5. Regierung erwägt nächtliche "Anwesenheitspflicht" für Asylwerber

Werbung




Werbung