• vom 24.12.2017, 09:00 Uhr

Chronik

Update: 26.12.2017, 13:48 Uhr

Licht ins Dunkel

Neue Heimat für Alice




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Von Alexander Dworzak

  • Johann Lorentz kämpft seit Jahren für ein Haus, in dem seine Tochter und weitere Personen mit Behinderungen selbstbestimmt leben können.

Alice Lorentz findet das neue Gebäude "super". - © J. Lorentz

Alice Lorentz findet das neue Gebäude "super".
© J. Lorentz

Das Haus in Neulengbach wurde um einen Trakt erweitert. 

Das Haus in Neulengbach wurde um einen Trakt erweitert. © J. Lorentz Das Haus in Neulengbach wurde um einen Trakt erweitert. © J. Lorentz

Neulengbach. In sattem Gelb leuchtet die Fassade, die sieben barrierefreien Wohnungen für acht Personen sind bereits bezugsfertig. Stolz führt Alice Lorentz durch das Haus im niederösterreichischen Neulengbach, das umgebaut und um einen Trakt erweitert wurde. "Super!", ruft die 32-Jährige: Toller Ausblick auf die Wienerwald-Landschaft, alle Anlagen auf dem neuesten Stand, sogar eine kleine Küche findet sich in jeder Wohnung. "Die Bewohner können für sich oder beisammen sein, dafür gibt es eine Gemeinschaftsküche und einen Aufenthaltsraum. Sie sollen selbst über ihren Alltag entscheiden. Am besten geht das in vertrauter Umgebung anstatt in großen Wohnheimen fernab", erklärt Johann Lorentz.

Alices Vater ist treibende Kraft hinter dem Projekt, schon lange vor dem Spatenstich im Herbst 2012 wälzte er Pläne. Denn Alice kam mit Down-Syndrom zur Welt: "Meine Frau und ich hätten uns für eine Abtreibung entschieden, wenn wir im Vorhinein von ihrer Behinderung gewusst hätten. Ich bin so glücklich, dass es nicht so gekommen ist. Menschen mit Behinderungen können genauso böse und fröhlich sein. Aber sie besitzen eine natürliche Nähe zu anderen Personen, die vielen sogenannten normalen Menschen fehlt", sagt der 73-Jährige.


Johann Lorentz hat einen Verein gegründet um dieses, wie er betont, europaweit einzigartige "Projekt Alice", umzusetzen. 1,45 Millionen Euro betragen die Gesamtkosten. 100.000 Euro spendete Kabarettist und Kurzzeit-Politiker Roland Düringer. Licht ins Dunkel überwies in vier Tranchen insgesamt 400.000 Euro. Er habe so viel Zuspruch erhalten, etwa auch von Purkersdorfs Bürgermeister Karl Schlögl und dem Szenewirten Niki Neunteufel, dass er abermals mit einer Zuwendung von Licht ins Dunkel rechnete, sagt Lorentz. Doch das Geld blieb im vergangenen Jahr aus. Zugleich stand er aufgrund der ablaufenden Benützungsbewilligung unter Druck, den Bau zügig fertigzubringen.

Hoffen auf Licht ins Dunkel
200.000 Euro ist Johann Lorentz mittlerweile den Handwerkern schuldig. Er hofft, dass ihn Licht ins Dunkel diesmal wieder unterstützt. ",Projekt Alice‘ ist toll", sagt deren Geschäftsführerin Eva Radinger zur "Wiener Zeitung". Sie hat sich vor Ort ein Bild gemacht. Eine fixe Zusage kann Radinger aber nicht geben. Schließlich ist der Andrang um Förderungen groß: 418 Projekte aus der Sozial- und Behindertenhilfe wurden bei der Aktion 2016/17 gefördert, rund 7,6 Millionen Euro dabei ausgeschüttet. Über den Soforthilfefonds erhielten Kinder und deren Familien weitere 2,6 Millionen Euro. Welche Projekte letztlich unterstützt werden, entscheidet die Vergabekommission von Licht ins Dunkel: Neben Geschäftsführerin Radinger sind auch Präsident und Kassier des Vereins vertreten, dazu kommt je ein Vertreter der sieben Hilfsorganisationen, die Mitglieder von Licht ins Dunkel sind - etwa Caritas oder Kinderfreunde.

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Dokument erstellt am 2017-12-22 15:50:15
Letzte Änderung am 2017-12-26 13:48:42


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