• vom 12.03.2018, 07:43 Uhr

Chronik

Update: 12.03.2018, 15:25 Uhr

Angriff

Wachsoldat erschoss Messerangreifer in Wien




  • Artikel
  • Kommentare (8)
  • Lesenswert (47)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Vor der Residenz des iranischen Botschafters. Nach Pfefferspray-Einsatz gab der Soldat vier Schüsse ab.

Das Haus, in dem der iranische Botschafter in Wien lebt. - © APAweb / Reuters, Leonhard Foeger

Das Haus, in dem der iranische Botschafter in Wien lebt. © APAweb / Reuters, Leonhard Foeger

Wien. Ein Mann hat in der Nacht auf Montag eine Messerattacke auf einen Wachposten des österreichischen Bundesheeres vor der Residenz des iranischen Botschafters in Wien-Hietzing verübt. Der Soldat wehrte den Angreifer mit Schüssen aus der Dienstwaffe ab. Der Mann starb an Ort und Stelle. Der Wachposten erlitt eine Schnittverletzung.

Lokalisierungskarte Wien Hietzing.

Lokalisierungskarte Wien Hietzing.© APAweb/ APA Grafik Lokalisierungskarte Wien Hietzing.© APAweb/ APA Grafik

"Beim Angreifer handelt es sich um einen 26-jährigen Mann mit
österreichischer Staatsbürgerschaft und aufrechtem Wohnsitz in Wien. Die
Hintergründe der Tat sowie das Tatmotiv sind zum jetzigen Zeitpunkt
noch völlig unklar und Gegenstand intensiver Ermittlungen durch das
Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT).", heißt es in einer Presseaussendung der Polizei Wien Montagmorgen. Der 26-Jährige sei ohne Vorwarnung auf den vor der Villa Blaimschein in der Wenzgasse 2 postierten Soldaten losgegangen, sagte Polizeisprecher Harald Sörös. Dieser gab "mindestens vier" Schüsse aus der Glock 17 ab. So viele Hülsen wurden bisher von den Spurensicherern eingesammelt.

Pfefferspray erfolglos

Der Soldat versuchte zunächst, den Angreifer mit Pfefferspray abzuwehren, sagte Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums. Erst als das keine Wirkung zeigte, habe er zur Waffe gegriffen. Der Berufssoldat habe damit "aus jetziger Sicht alles richtig gemacht", nämlich zunächst mit dem Pfefferspray das gelindeste Mittel eingesetzt.

Tatzeitpunkt sei gegen 23.35 Uhr gewesen. Vor der Abgabe der Schüsse kam es laut Sörös auch zu einem kurzen Gerangel. Der Soldat trug eine Schnittwunde am linken Oberarm davon. Der laut Bauer 1994 geborene, in Wien wohnhafte Tiroler sei mit einem schweren Schock ins Spital gebracht worden.

Keine Hinweise auf Motiv

Der Nahbereich um den Tatort wurde abgesperrt, die Durchfahrt im Bereich Wenzgasse - Lainzer Straße war vorerst nicht möglich. Die Polizei ordnete zudem eine Verstärkung der Überwachung der diplomatischen Einrichtungen in ganz Wien durch den polizeilichen Streifendienst an.

Vom Täter war zunächst nur sein Alter bekannt und dass er im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft war. Hinweise auf sein Motiv lagen zunächst keine vor.

Beim Tatort handelt es sich um ein historisches Gebäude: Die Villa Blaimschein, im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten von den jüdischen Eigentümern beschlagnahmt, war einst Schauplatz von Verhandlungen für eine provisorische österreichische Staatsregierung unter Karl Renner. Heute befindet sie sich im Eigentum der Republik Iran und dient dem Botschafter als Wohnort.

Bei der Bewachung diplomatischer Einrichtungen durch das Bundesheer ist laut Bauer jeweils ein Soldat vor dem Objekt postiert, ein zweiter entweder im Gebäude oder, falls das nicht möglich ist, in der nächstgelegenen Polizeiinspektion - letzteres war hier der Fall. Durchgeführt werde der Objektschutz ausschließlich von Berufssoldaten. Die Bewachung als Assistenzleistung für die Polizei wurde mit August 2016 eingeführt. Die Männer erhalten dafür eine spezielle Ausbildung und Einweisung durch die Polizei.





8 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-12 07:44:27
Letzte Änderung am 2018-03-12 15:25:56


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Halb so viel Familienbeihilfe für Bulgaren
  2. Kritik an Cannabis-Erlass der Regierung
  3. Arbeitslosigkeit wird 2019 nur mehr leicht sinken
  4. Ländermatch mit Ministerin um Sozialhilfe
  5. Österreicher vertrauen Kurz
Meistkommentiert
  1. Köstinger bremst Hofer ein
  2. Kritik an und Anzeige gegen Waldhäusl
  3. Rendi-Wagner erwartet Rückkehr der Wähler
  4. FPÖ klagt Republik
  5. Zwei verschiedene Kassenwelten

Werbung




Werbung