• vom 28.03.2018, 17:42 Uhr

Chronik


Strafprozess

Freispruch in Sexualprozess sorgt für Aufregung




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    Wien. (dab/apa) Ein Freispruch in einem Vergewaltigungsprozess sorgt für Aufregung. Am Dienstagabend waren zwei Angeklagte vom Vorwurf freigesprochen worden, eine 15-Jährige in Tulln vergewaltigt zu haben. Die beiden Asylwerber wurden enthaftet. Das Urteil des Schöffensenats des Landesgerichts St. Pölten ist nicht rechtskräftig. Am Mittwoch nannte Vizekanzler Heinz-Christian Strache die Entscheidung "unerträglich und skandalös", in Internetforen gingen die Wogen hoch.

    Die 15-Jährige hatte angegeben, am 25. April 2017 auf dem Weg vom Bahnhof Tulln zur Wohnung ihres Vaters verfolgt und drei Mal vergewaltigt worden zu sein. Sie habe sich losreißen können und sei nach Hause geflüchtet. Im Krankenhaus waren unter anderem Kratzspuren festgestellt worden, zudem waren Spermaspuren der beiden Angeklagten sichergestellt worden. Die beiden - nunmehr 19-jährigen - Männer aus Afghanistan und Somalia waren in Folge eines Massen-DNA-Tests ausgeforscht worden.


    Öffentlichkeit ausgeschlossen
    Zwei Mitglieder des Schöffensenats seien für einen Freispruch und zwei für einen Schuldspruch gewesen, sagte der vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Er verwies auf Widersprüche in den fünf Einvernahmen des Mädchens - etwa, ob sie von zwei oder drei Männer vergewaltigt wurde. Es könne zudem nicht ausgeschlossen werden, dass der Sex freiwillig gewesen sei. Ein subjektives Erkennen der Angeklagten, dass sie einen Widerstand der 15-Jährigen zu überwinden hatten, habe nicht nachgewiesen werden können. Gleichzeitig sei dem Schöffensenat "sehr wohl aufgefallen, dass extreme Widersprüche in der Aussage des Erstangeklagten existiert haben".

    Ein umfassendes Bild von der Rechtssache konnte die Öffentlichkeit nicht bekommen. Sie wurde bereits nach den Eröffnungsplädoyers vom Gerichtsverfahren ausgeschlossen. Die Einvernahmen der Angeklagten konnten somit nicht mitverfolgt werden (meist ist der Ausschluss nur bei der Aussage des Opfers üblich). Öffentlich war daher nur die Urteilsbegründung des Senats. Ergänzende Informationen stellte die Justiz nicht zur Verfügung.




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    Dokument erstellt am 2018-03-28 17:47:55



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