• vom 11.04.2018, 20:59 Uhr

Chronik


Gericht

Terror-Prozess: "Deradikalisierung ist kein Sprint"




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    Wien. Die Gesinnung jenes 19-jährigen Wieners, der laut Anklage Terroranschläge geplant haben soll und einen Zwölfjährigen zu einem Attentat anstiften wollte, ist am Mittwoch am Wiener Straflandesgericht erörtert worden. Seit seiner Inhaftierung durchläuft der Bursche ein Deradikalisierungsprogramm. Er wird seit 26. Jänner 2017 vom Verein Derad betreut.

    Die NGO will mit Interventionsgesprächen radikalislamistische Häftlinge von ihrem Gedankengut wegbringen. In einem schriftlichen Bericht der NGO an das Gericht, der vom vorsitzenden Richter verlesen wurde, wird betont, der 19-Jährige befinde sich "auf einem guten Weg". Allerdings sei Deradikalisierung "kein Sprint, sondern ein Marathonlauf". "Er weiß, dass er früher gewaltbereit war, und versucht, sich zu beherrschen", heißt es.


    Häftling widerspricht
    Dass Ende Jänner 2018 in der Zelle des 19-Jährigen Zeichnungen mit IS-Kämpfern und einer Verteufelung der US-Flagge gefunden wurden, interpretiert Derad als "subtile Methode" einer Provokation, "die er in der Zelle zur Schau stellt". Es erscheint auch vorstellbar, dass diese Zeichnungen die aktuelle Gesinnung des Angeklagten ausdrücken. Denn in einem mit 3. April 2018 datierten Bericht des burgenländischen Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) wird ein Mann zitiert, der im November und Dezember 2017 mit dem 19-Jährigen eine Zelle teilte. Dieser hätte den Islam verherrlicht und sich bemüht, andere zu "manipulieren". Der Mann habe Häftlinge zum Konvertieren bringen wollen. "Das ist Blödsinn", so der Angeklagte. Der Informant sei "ein Paranoid-Schizophrener". Er habe nur "Geschichten über den Islam erzählt".




    Schlagwörter

    Gericht, Terrorismus

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    Dokument erstellt am 2018-04-11 17:27:07


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