• vom 11.04.2018, 18:41 Uhr

Chronik

Update: 12.04.2018, 17:05 Uhr

Bienensterben

Gift für die Bienen




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Von Petra Tempfer

  • Beim geplanten Neonicotinoide-Verbot prallen die Interessen der Imker und der Landwirte aufeinander.

- © marina_foteeva - stock.adobe.com

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Wien. "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben", soll einst Albert Einstein (1879-1955) gesagt haben. Nun ist es mit Einstein-Zitaten ja grundsätzlich so, dass sich der bedeutende theoretische Physiker zu fast jedem relevanten Thema geäußert zu haben scheint. Die genauen Quellen der willkommenen Zitate sind dabei nicht immer überliefert. Was die Biene betrifft, zeigt das Zitat aber in jedem Fall auf, dass ein Aussterben der Bienen fatale Folgen hätte. Und zwar nicht nur, weil es dann keinen Honig mehr gibt.

Fällt die Bestäubung der Blütenpflanzen weg, kommt es zu Ernteausfällen und Mangelernährung: 80 Prozent aller Blütenpflanzen, also Nutz- und Wildpflanzen, sind auf die Honigbiene angewiesen, um Früchte zu produzieren und sich zu vermehren. Der Rest wird von anderen Insekten wie Wildbienen erledigt. Insekten spielen bei rund 35 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion eine wichtige Rolle.

Rückstände im Honig sind für Menschen ungefährlich

Von einem Verschwinden der Bienen sind wir zwar noch weit entfernt, ihr Bestand hat sich jedoch drastisch reduziert. Im Vergleich zu 1990, als es noch 457.061 Bienenvölker und 30.802 Imker gab, waren es im Vorjahr nur noch 353.267 Völker und 27.580 Imker, so die Zahlen des Imker-Dachverbandes "Biene Österreich". Einen wesentlichen Beitrag dazu lieferten - neben dem Verlust von Lebensräumen und Nahrung - Umweltgifte in Form von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft.

Aktuell steht eine spezielle Gruppe hochwirksamer chemischer Substanzen mit dem sperrigen Namen Neonicotinoide intensiv zur Diskussion: Am 24. Mai werden die Mitgliedstaaten der EU über einen Vorschlag der Kommission abstimmen, die drei Neonicotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin im Freiland nicht mehr zuzulassen. Landwirte sowie die Industriegruppe Pflanzenschutz bangen um Erträge respektive Einkommen und schlagen Alarm.

Die drei Insektizide stellen jedoch laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) ein erhebliches Risiko für Wild- und Honigbienen dar. Konkret stören sie die Weiterleitung von Nervenreizen - die Bienen verlieren dadurch die Orientierung, können nicht mehr sammeln und finden nicht zum Stock zurück. Zudem schädigen sie den Geschmackssinn sowie die Fortpflanzungsfähigkeit der männlichen Bienen. In weiterer Folge gelangen die Neonicotinoide auch in den Honig. Die EU-Grenzwerte werden dabei jedoch nicht überschritten, wodurch angeblich keine Gefahr für den Menschen besteht.




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Die Sache mit dem Honig






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Dokument erstellt am 2018-04-11 17:27:21
Letzte nderung am 2018-04-12 17:05:06



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