• vom 07.05.2018, 14:43 Uhr

Chronik

Update: 07.05.2018, 15:10 Uhr

Verkehr

Gefährliche Kombi




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Von WZ Online, APA

  • Ein Drittel der Autofahrer nutzt das Smartphone am Steuer. Dies kann tödliche Folgen haben.

Viele Autofahrer haben am Steuer das Smartphone in der Hand. Dies führt zu gefährlichen Situationen.

Viele Autofahrer haben am Steuer das Smartphone in der Hand. Dies führt zu gefährlichen Situationen.© APAweb, dpa, Monika Skolimowska Viele Autofahrer haben am Steuer das Smartphone in der Hand. Dies führt zu gefährlichen Situationen.© APAweb, dpa, Monika Skolimowska

Wien. Ablenkung ist die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle. Grund ist insbesondere das Handy. Obwohl acht von zehn Lenkern selbst sagen, dass das Schreiben oder Lesen von Nachrichten ablenkt, nützt ein Drittel das Handy am Steuer - obwohl es verboten ist. Das ergab eine Umfrage des Ifes-Institus im Auftrag der Asfinag. Der Autobahnbetreiber startet nun die Info-Kampagne "Hallo Leben".

Jeder Zehnte gab sogar an, häufig das Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung zu nützen. Insbesondere im Stop-and-go-Verkehr greift jeder Vierte oft zum Handy, kam bei der Umfrage unter 1.000 Autofahrern, durchgeführt im April, heraus. Verkehrssicherheit sei "absolute Teamarbeit" und "keine Frage des Wissens, sondern des Wollens", sagte Karin Zipperer, Vorstandsdirektorin der Asfinag bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien. "Die teuerste Sicherheitseinrichtung nützt nichts, wenn viele im Blindflug mit dem Smartphone unterwegs sind", sagte Zipperer.



Lenken und fotografieren gleichzeitig

Mehr als die Hälfte der Unter-30-Jährigen gab sogar an, während der Fahrt bereits Videos oder Fotos aufgenommen zu haben. Besonders "beliebt" sind Naturereignisse wie Sonnenauf- und Untergang oder Regenbögen, dies haben 19 Prozent der Befragten bereits abgelichtet. Dahinter folgen besondere Wetterverhältnisse wie Wintereinbruch oder die Temperatur am Display mit 16 Prozent und mit 14 Prozent Landschaft und Tiere. "Das ist im höchsten Maße verantwortungslos", sagte Zipperer. Das Ablenkungsrisiko wird wissentlich in Kauf genommen, das eigene Fahrkönnen wiederum stark überschätzt, konstatierte die Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer.

2017 starben auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen 56 Personen. Durch Unachtsamkeit oder Ablenkung passierten 17 tödliche Unfälle, bei denen 19 Menschen ums Leben kamen - also ein Drittel aller Todesopfer. "Zwei Sekunden abgelenkt bei Tempo 130 sind fast 80 Meter im Blindflug", erläuterte Zipperer.

Asfinag appelliert an Eigenverantwortung

"Wir investieren jeden zweiten Euro - rund 500 Millionen im Jahr - in Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit", sagte Asfinag-Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl. Doch ohne Eigenverantwortung der Lenker würde es nicht gehen. "Es braucht die volle Konzentration auf den Verkehr, beide Hände am Lenkrad", forderte er.

Wie die Umfrage auch ergab, musste knapp die Hälfte der Österreicher in den vergangenen zwölf Monaten in einer gefährlichen Situation voll abbremsen, weil er oder sie abgelenkt war. Viele seien der Meinung, sie könnten SMS am Steuer lesen oder schreiben und dies durch langsameres Fahren kompensieren, erläuterte Schützhofer. Insbesondere junge Lenker "führen im Schnitt doppelt so viele ablenkende Tätigkeiten aus als ältere", sagte die Expertin.

Neue Kampagne soll helfen

Die Konsequenzen werden vielfach unterschätzt. Bewusstseinsbildung "muss in der Ausbildung beginnen", sagte Schützhofer. Obwohl Handygebrauch am Steuer seit fast 20 Jahren verboten ist, wurde es für viele bereits zur alltäglichen Gewohnheit, erklärte die Psychologin. Diese Gewohnheit muss durchbrochen werden, "das Verhalten zu ändern ist der schwierigste Schritt".

1,3 Millionen Euro lässt sich die Asfinag die Kampagne "Hallo Leben" kosten. Ab morgen, Dienstag, sollen 200 Plakate, dutzende Zeitungsinserate sowie Spots in Radio und TV vor der Handybenützung am Steuer warnen. "Autofahren ist keine Nebentätigkeit, dafür braucht es die volle Aufmerksamkeit", sagte Zipperer.





Schlagwörter

Verkehr, Unfall, Smartphone, Asfinag

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-07 14:44:59
Letzte Änderung am 2018-05-07 15:10:45


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