• vom 05.06.2018, 20:00 Uhr

Chronik

Update: 06.06.2018, 14:52 Uhr

Future Challenge

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<>"Welche Macht haben die Bilder?"

Die Regisseure Paul Poet (l) und Nina Kusturica mit Walter Hämmerle bei der Podiumsdiskussion.

Die Regisseure Paul Poet (l) und Nina Kusturica mit Walter Hämmerle bei der Podiumsdiskussion.© Simon Rainsborough Die Regisseure Paul Poet (l) und Nina Kusturica mit Walter Hämmerle bei der Podiumsdiskussion.© Simon Rainsborough

Die Frage der Silver Award-Preisträger der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik, bafep21, wie denn der Medienkonsum von Jugendlichen so gestaltet werden könnte, dass Jugendliche nicht im Netz vereinsamen, traf bei Regisseurin Nina Kusturica einen Nerv: "Wenn wir über Medienbildung sprechen, reden wir zu wenig darüber, wie wir ganz grundlegende Fähigkeiten, Bilder zu lesen, vermitteln wollen", sagte Nina Kusturica. "Welche Macht haben Bilder?", fragte sie. "Auch Bilder manipulieren. Sie erzeugen Meinungen und ein bestimmtes Bild der Welt. Jugendliche sollten in der Medienbildung lernen, auf welche Weise Bilder Meinung machen und erkennen können, wie diese Mechanismen ihre Meinung und ihr Weltbild beeinflussen. Das gilt nicht nur für Bildmedien, sondern für alle Medien."

Konkrete Antworten gefordert

Die HTL Villach, Bronze Award-Preisträgerin, machte in ihrem Video "Die Welt in 2030" den Klimawandel zu einem Hauptthema. Die Urbanisierung sei eine der größten Gefahren in der Zukunft, so eine der Thesen der Schüler. "Welche Maßnahmen sollen gegen den Klimawandel ergriffen werden?" lautete die Frage. Auch die HTL Donaustadt hatte in ihrem Video gefragt, ob wir mit "unseren Ressourcen nachhaltig umgehen" und ob denn "der Klimawandel noch gestoppt werden" könne. "Schwieriges Thema", kommentierte Walter Hämmerle und gab die Frage in gewendeter Form an Alexander Eppler von der Wirtschaftskammer weiter: "Kann denn die Politik etwas tun?" Weitere Regelungen könnten nicht Teil der Lösung sein, so Eppler. Der Spengler führt einen Familenbetrieb in Wien. "Die Politik kann schlecht vorschreiben, was produziert werden soll und was nicht. Je mehr Vorschriften es gibt, desto mehr Regeln werden gebrochen."

Nach der Diskussion ist vor der Diskussion: Nina Kusturica (l) und Christiane Spiel (2.v.l.) mit zwei Schülerinnen im Naturhistorischen Museum zum Abschluss der Future Challenge.

Nach der Diskussion ist vor der Diskussion: Nina Kusturica (l) und Christiane Spiel (2.v.l.) mit zwei Schülerinnen im Naturhistorischen Museum zum Abschluss der Future Challenge.© Simon Rainsborough Nach der Diskussion ist vor der Diskussion: Nina Kusturica (l) und Christiane Spiel (2.v.l.) mit zwei Schülerinnen im Naturhistorischen Museum zum Abschluss der Future Challenge.© Simon Rainsborough

"Ist die Politik also mit dem Klimawandel überfordert?", fragte Walter Hämmerle. Paul Poet: "Politiker werden dafür bezahlt, Antworten auf große Fragen zu finden." Auch Nina Kusturica wollte die Politik nicht so leicht aus der Verantwortung entlassen. "Es geht nicht darum, mit der Politik 'Wünsch dir was' zu spielen, sondern darum, Dinge politisch zu gestalten und zu beeinflussen. Das heißt, Jugendlichen sollte man zeigen, wie politische Mechanismen funktionieren und wie sie zu einer Aushandlung beitragen können." Christiane Spiel ergänzte: "Das ist letztlich Arbeit an der Demokratie."

Individuelle oder gesellschaftliche Verantwortung?

Ein kritischer Blick in die Zeitung: Eine Schülerin der HLWM Annahof nach der Gala zum Abschluss der Future Challenge im Naturhistorischen Museum.

Ein kritischer Blick in die Zeitung: Eine Schülerin der HLWM Annahof nach der Gala zum Abschluss der Future Challenge im Naturhistorischen Museum.© Simon Rainsborough Ein kritischer Blick in die Zeitung: Eine Schülerin der HLWM Annahof nach der Gala zum Abschluss der Future Challenge im Naturhistorischen Museum.© Simon Rainsborough

"Wo hört die Freiheit des Einzelnen auf und beginnt die Verantwortung der Gesellschaft?" hatte der Annahof, Special Award, gefragt. Während die Schüler selbst die individuelle Entscheidungsfreiheit als Grundlage für eine offene Gesellschaft zu begreifen scheinen, diskutierte das Podium die Frage kontrovers. Walter Hämmerle stellte das Thema in den Kontext individueller Verantwortung für die eigene Gesundheit: "Darf man ungesund leben ohne von der Solidargesellschaft dafür monetär bestraft zu werden?" fragte er Paul Poet. Der Regisseur: "Ich habe auch meine wilden zehn Jahre mit einer ungesunden Lebensweise gehabt und dann aufgehört. Ich denke, eine offene Gesellschaft sollte nicht mit billiger Aufrechnerei beginnen und für alles eine bürokratische Lösung suchen, sondern Biodiversität in jeder Hinsicht fördern: körperlich, geistig - auf allen Ebenen."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-05 17:34:18
Letzte Änderung am 2018-06-06 14:52:12


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