• vom 09.06.2018, 12:00 Uhr

Chronik


Future Challenge

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Von Cathren Landsgesell

  • Klimawandel, Vereinsamung im Netz, Urbanisierung: Die Podiumsdiskussion suchte nach Antworten auf die Fragen der Schüler.

Podiumsdiskussion: Blick ins Publikum. - © Simon Rainsborough

Podiumsdiskussion: Blick ins Publikum. © Simon Rainsborough

"Bildung ist der Schlüssel": Christiane Spiel auf dem Podium.

"Bildung ist der Schlüssel": Christiane Spiel auf dem Podium.© Simon Rainsborough "Bildung ist der Schlüssel": Christiane Spiel auf dem Podium.© Simon Rainsborough

Wien. Wolfgang Kolar schraubte den Anspruch an die Podiumsdiskussion gleich einmal hoch: "Ich sehe es schon so, dass junge Menschen das Fundament der Zukunft sind. Das ist nicht nur ein Klischee. Wir gestalten die Zukunft in der Gegenwart."

Wolfgang Kolar ist selbst jung. Der Schüler der HLWM Annahof in Salzburg vertrat am Podium gewissermaßen alle Schüler, die sich an der heurigen Future Challenge zum Thema "Leben 2030" beteiligt und in ihren Videos kritische Fragen an Gesellschaft und Politik formuliert hatten.


Entsprechend den Themen der Filme sind die Fragen der Jugendlichen schonungslos: Kann der Klimawandel noch gestoppt werden? Was soll gegen Urbanisierung, Vermüllung und Ressourcenverschwendung getan werden? Welche Maßnahmen sind geeignet, damit die Digitalisierung nicht in Isolation und Vereinsamung mündet?

Aufmerksam: Das Publikum während der Debatte.

Aufmerksam: Das Publikum während der Debatte.© Simon Rainsborough Aufmerksam: Das Publikum während der Debatte.© Simon Rainsborough

Die Fragen steckten den Rahmen für die Podiumsdiskussion der Jury mit den Schülern im Anschluss an die Preisverleihung ab. Der Chefredakteur der "Wiener Zeitung", Walter Hämmerle, moderierte diese Debatte.

"Our Choice" heißt der Film der HLWM Annahof, der den Special Award der Redaktion gewann. Walter Hämmerle wollte von Paul Poet, Jury-Mitglied und Filmemache, wissen, welchen Handlungsspielraum es angesichts der düsteren Szenarien in den Videos eigentlich gibt. Steht die Dystopie nicht im Gegensatz zu Eigenverantwortung und Entscheidungsfreude? "Man muss ins Dunkle blicken können, um daraus Licht und Hoffnung abzuleiten", argumentierte Paul Poet, der sich selbst in seinen eigenen Dokumentarfilmen in erster Linie mit den dunklen Seiten der Gegenwart beschäftigt. "Es herrscht in unserer Gesellschaft so ein technokratischer Glaube an den Fortschritt vor. Ich möchte mich deshalb bei den Schülern dafür bedanken, dass sie diesen Mut zur Dystopie haben. Das ist selten geworden."


© Simon Rainsborough © Simon Rainsborough

Doch was wäre der Gegenentwurf? Als Bildungspsychologin machte Christiane Spiel sich natürlich für die Bildung stark. Wer gebildet ist, kann mehr Veränderung erreichen, aber vor allem: "Wer gebildet ist, hat auch eher das Gefühl, etwas bewegen zu können." Ein Gefühl, das die Schule allerdings nicht mehr in ausreichendem Maß vermittelt. "Auch bei meinen Studierenden beobachte ich, dass sie viel weniger optimistisch sind, etwas verändern zu können, als meine Generation es ist."

Regisseurin Nina Kusturica sah die Filme selbst als einen Beleg für die Stärke der Jugendlichen: "Es braucht Mut, die eigene Stimme zu erheben. Die Videos sind ein erster Schritt für das Empowerment, das man braucht."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-08 15:58:29
Letzte Änderung am 2018-06-08 16:10:22


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